Nachruf Dr. Paul Irion gestorben

Dr. Paul Irion ist am Dreikönigstag im Alter von 88 Jahren gestorben.
Dr. Paul Irion ist am Dreikönigstag im Alter von 88 Jahren gestorben. © Foto: Archiv
Reutlingen / swp 10.01.2018

Der ehemalige Präsident des SSV Reutlingen, langjährige Fraktionsvorsitzende der Freien Wählervereinigung im Reutlinger Gemeinderat, und langjährige Geschäftsführer der IHK Reutlingen, Dr. Paul Irion, ist am Dreikönigstag im 89. Lebensjahr gestorben.

Geboren wurde Irion am 14. Mai 1929 in Mühlheim/Donau. Nach dem Besuch des Tuttlinger Gymnasiums schlug er die Notariatslaufbahn ein und studierte an der Uni Tübingen Jura, promovierte dort 1960. Es folgte eine Anwalts- und Notariatstätigkeit in Reutlingen, neun Jahre leitete Irion das Büro von FDP-Wirtschaftsminister Dr. Eduard Leuze. 1969 wechselte der Jurist an die Industrie- und Handelskammer Reutlingen, übernahm die Leitung der Rechts- und Außenwirtschaftsabteilung. 1974 wurde er zum Geschäftsführer bestellt. 1994 ging er in Ruhestand.

Irion war auch aktiver Sportler, holte elf Mal das Goldene Sportabzeichen und die Goldene Mehrkampfnadel. Seit 1964 war er Mitglied beim SSV Reutlingen und gleich bis 1969 stellvertretender Vorsitzender. 1970 übernahm er den Vorsitz von Landrat Hans Kern. Irion organisierte die SSV-Bälle, gründete 1973 die Tennis-Abteilung des SSV. 1974 gründete er mit Robert Kaupp die ARS (Arbeitsgemeinschaft Reutlinger Sportvereine). Dort war er bis 1982 Vorsitzender. Paul Irion organisierte auch den jährlichen Reutlinger Sportlerball. Der Jurist war Ehrenmitglied des SSV, war 1968 mit der goldenen Hans-Kern-Medaille ausgezeichnet worden. 1970 war er es, „der beim Testspiel gegen den FC Bayern München Franz Beckenbauer, Sepp Maier und Gerd Müller die Hand schütteln durfte“, erinnert sich ein Sportexperte.

In der Kommunalpolitik galt Irion als Mann der leisen Töne und des scharfen Verstands. 1971 wurde er für die FWV in den Gemeinderat gewählt, seine Wiederwahlen machten ihn zum Stimmenkönig der Freien Wähler. Zwölf Jahre lang führte er die Fraktion und schied 1987 aus. Für seine Verdienste um die Stadt wurde Irion 1987 mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Er gehörte zudem seit 1976 dem Aufsichtsrat der Volksbank an und einigen Stiftungen.

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