Reutlinger Premiere Dr. Mabuse auf Schwäbisch

Dominik „Dodokay“ Kuhn durfte bei der Premiere nicht fehlen.
Dominik „Dodokay“ Kuhn durfte bei der Premiere nicht fehlen. © Foto: Foto. Jürgen Spieß
Reutlingen / Jürgen Spieß 17.08.2018

Filmische Höhenflüge auf Schwäbisch: Gut 600 Besucher erlebten am Mittwoch die Reutlinger Erstaufführung des ersten von Dominik Kuhn alias Dodokay auf Schwäbisch synchronisierten Spielfilms. „Die 1000 Glotzböbbel vom Dr. Mabuse“ sorgten im ausverkauften Spitalhof und im Beisein des Filmregisseurs für beste Unterhaltung.

Dass das Reutlinger Multitalent ein Faible für Filme und die Niederungen der Schwäbische Mundart besitzt, hat er mit seiner Comedy-Show bewiesen, in der er zahlreiche Berühmtheiten in kurzen Filmclips auf Schwäbisch reden lässt. Jetzt also der erste komplett synchronisierte Spielfilm. Dafür hat sich Kuhn den Fritz-Lang-Klassiker „Die 1000 Augen des Dr. Mabuse“ von 1960 ausgesucht. Wie er im Gespräch mit dem Kinofachmann Gerhard Steinhilber erläutert, war es am Ende eher Zufall, dass gerade dieser Schwarz-Weiß-Streifen mit Gert Fröbe als Kommissar Krass das Rennen machte: „Es ist ziemlich schwierig, einen passenden Langfilm zu finden“, sagte Dodokay: „Entweder er ist zu teuer oder im Film wird nix geschwätzt“.

Damit hatte er bei Langs „Mabuse“-Klassiker keine Probleme, „denn hier wird soviel geredet, dass sich manche am Ende sagen: Könnet die net au mal des Maul halte?“. Und wie ist er dann ausgerechnet an diesen Film gekommen?“, fragte Steinhilber. Kuhn war es wichtig, einen Agententhriller zu synchronisieren, denn die hätten eine klare Handlung und könnten einfacher gegen etwas Absurdes ausgetauscht werden. Nach langer Suche traf er Alice Brauner. Die Tochter des bekannten Filmproduzenten Artur Brauner war von Kuhns Idee begeistert und bot ihm an, sich einen Film aus dem großen Angebot ihrer Verleihfirma CCC-Studios herauszusuchen. Seine Wahl fiel auf Langs Klassiker, den er völlig neu inszenierte, sämtliche Rollen Szene für Szene selbst einsprach, teilweise Einstellungen – in Reutlingen – nachdrehte und mit der Filmmusik von Dennis Le Rose unterlegte.

Herausgekommen ist ein herrlicher Maultaschen-Thriller, bei dem Mabuse zum schwäbisch bruddelnden Schurken mutiert und die neue schwäbische Errungenschaft namens Internet eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Das Publikum kam jedenfalls aus dem Lachen kaum noch heraus.

Offizieller Kinostart am 30. August

„Die 1000 Glotzböbbel vom Dr. Mabuse“ startet am 30. August regulär in den Kinos. Bei der Aufführung am 31. August im Cineplex Planie ist Dominik Kuhn anwesend. js

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