Sichtlich erleichtert zeigte sich VfL-Cheftrainer Michael Konietzny am Samstagnachmittag gegen 17.15 Uhr an der Seitenlinie des Pfullinger Kunstrasenplatzes. Seine Schützlinge hatten soeben den VfB Bösingen mühevoll mit 2:1 besiegt und die Tabellenführung in der Landesliga, Staffel 3, gefestigt. Es war jedoch ein hartes Stück Arbeit, was der Primus an diesem Nachmittag leisten musste.

Die Gäste, die taktisch äußerst diszipliniert auftraten, nutzten dabei früh ein Unstimmigkeit in der Pfullinger Hintermannschaft und gingen so durch ein Tor von Marius Müller in Führung (8.). „Wir haben 15 Minuten gebraucht, um ins Spiel zu finden. Im Nachhinein war es dann ganz gut, dass wir nach dem Rückstand relativ schnell ausgeglichen haben“, gab Konietzny nach dem Spiel zu Protokoll.

Matthias Dünkel traf nach einem feinen Zuspiel von Yasin Yilmaz zum umjubelten Ausgleich (22.). In der Folgezeit taten sich die Hausherren gegen extrem defensiv agierende Gäste äußerst schwer. Winterneuzugang Kevin Schneider hatte gleich zwei Möglichkeiten die Partie zu drehen, verpasste jedoch den richtigen Zeitpunkt im Abschluss. Auch Matthias Dünkel hatte das 2:1 auf dem Fuß, fand nach einer schönen Einzelaktion aber in VfB-Keeper Sascha Vögele seinen Meister (37.). So wurden beim Stand von 1:1 die Seiten gewechselt.

Die zweiten 45 Minuten ähnelten dann doch sehr denen im ersten Durchgang. Der VfL hatte viel Ballbesitz, Bösingen stand tief und lauerte auf Konter. So war es Schiedsrichter Daniel Rühling (Bad Waldsee), der etwas Spannung in die Partie brachte und Pfullingens Abwehrchef Yasin Yilmaz per gelb-rotem Marschbefehl frühzeitig zum Duschen schickte. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung (69.). Das Überzahlspiel der Gäste hatte jedoch nicht lange Bestand. Im direkten Gegenzug entwischte Christos Chatzimalousis seinem gelbvorbelasteten Bewacher Marcel Sieber und der wusste sich nur noch mit einem Trikotzupfer zu helfen. Folgerichtig musste der Schwarzwälder ebenfalls vom Feld. Besonders bitter für die Gäste, da im Anschluss ein Haussmann-Freistoß durch den kompletten VfB-Strafraum kullerte und am langen Pfosten den eingewechselten Dominik Früh als Abnehmer fand, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte.

VfL-Torwart Becker sichert Sieg

In einer zerfahrenen Schlussphase, mit vielen Fehlpässen, verpasste der VfL dann die Entscheidung und konnte sich im Nachgang bei seinem Keeper Tim Becker bedanken, der mit zwei starken Paraden den Heimdreier sicherte. „Wir haben uns schwer getan und hätten bei eigenem Ballbesitz intelligenter spielen müssen“, zeigte sich VfL-Mittelfeldstratege Heiko Schall selbstkritisch.

„Wir wussten, dass es ein schweres Stück Arbeit wird, unterm Strich zählen aber nur die drei Punkte“, so VfL-Trainer Michael Konietzny, der nicht all zu viel Negatives aus dem Spiel mitnehmen möchte.

VfL Pfullingen: Becker, Wagner, Gaiser (85. Kunst), Chatzimalousis (71. Haag), Haussmann, Yilmaz, Lehmann (73. Biber), Schall, Dünkel, Linder, Schneider (59. D. Früh).