Jubiläum Diese Kirche ist ein Stück Heimat

Es ist nicht zu übersehen: Die evangelische Jubilatekirche in Orschel-Hagen hat am Sonntag ihr 50-jähriges Bestehen begangen.
Es ist nicht zu übersehen: Die evangelische Jubilatekirche in Orschel-Hagen hat am Sonntag ihr 50-jähriges Bestehen begangen. © Foto: Gabriele Böhm
Reutlingen / Von Gabriele Böhm 09.05.2017

Noch vor zehn Jahren konnte man sich nicht wirklich sicher sein, ob wir uns heute hier in dieser Kirche so fröhlich würden versammeln können“, sagte Dekan Marcus Keinath in seiner Predigt zum 50-jährigen Bestehens der Jubilatekirche in Orschel-Hagen. Finanzielle Engpässe hatten damals in der Gesamtkirchengemeinde zu der Überlegung geführt, die Kirche aufzugeben. Doch durch das Engagement des Fördervereins, ehrenamtlicher Mesner und vieler weiterer konnte das mittlerweile denkmalgeschützte Gebäude erhalten werden. Beim gut besuchten Festgottesdienst am Sonntagmorgen gab es mit dem zehnjährigen Einsatz von Pfarrerin Annette Denneler und Pfarrer Ulrich Zwißler sogar noch einen zweiten Anlass zur Feier.

Keinath erinnerte an den Bau der Kirche als Werk des Stuttgarter Architekten Wolf Irion. Mehrfach habe dieser am Gebäude das Dreieck verwendet, um an den dreieinigen Gott zu erinnern. „Die Kirche ist daher eine fortwährende Predigt aus Stein, Beton, Holz und Glas“, sagte Keinath. Zum Jubiläum erschien eine Festschrift über die Kirche und ihr Inventar.

Im Gottesdienst wurde viel gesungen, um Jubel und Fröhlichkeit über das Ereignis zu verdeutlichen. Orgel, Klavier und Horn unterstützten den Gesang, Kirchenchor und Projektchor bereicherten die Feier mit engagiert gesungenen traditionellen Stücken, Gospelsongs und dem irischen Segen. Bereits im Vorfeld hatten die Kindergartenkinder transparente Fensterbilder gebastelt, mit denen sie die Kirche verschönerten. Für Motive wie Flammen, Regenbogen, Familie oder einen Vogel im Nest, deren kleine Künstler im Gottesdienst vorgestellt wurden, gab es viel Beifall. Die Jugendlichen der ehemaligen Kinderkirche hatten Bilder mit einer „50“ und christlichen Symbolen gemalt. Zusammen mit den Kindern zogen sie in die Kirche ein und sangen ein fröhliches „Happy Birthday“. Fotos aus dem Gemeindeleben schmückten die Betonpfeiler.

Nach dem Gottesdienst und einem Sektempfang im Freien mit der Verkostung des „Jubilate-Keks“, wurden in der Kirche die Grußworte gesprochen. Dr. Martin Willmann, Vorsitzender des Kirchengemeinderats, zeichnete noch einmal die Geschichte der Kirche nach und leitete das zweite, unangekündigte Jubiläum der Pfarrer ein. Für zehn Jahre „gemeinsame Pfarrerschaft“ gab es Glückwünsche und Geschenke. In einem selbstverfassten, mit viel Gelächter begleiteten Sketch, schlüpften Annette Denneler und Ulrich Zwißler in die Rolle der in Alter und Bedeutung scherzhaft konkurrierenden Marienkirche und Jubilatekirche.

„Die Kirche ist für uns Heimat“, sagte Rolf-Dieter Nerz vom Förderverein. Glückwünsche kamen auch von Pfarrer Bernd Küster (Auferstehungskirche) und Pfarrerin Ursula Heller (Katharinenkirche). „Ihr wart uns mit Baubeginn und Einweihung immer einen Schritt voraus“, meinte Thomas Draxler vom Kirchengemeinderat St. Andreas. Die evangelische und katholische Kirche so nah beieinander prägten das Ortsbild und seien ein „Zeichen für die gute Ökumene“.

Ein Jubilatespiel, ein Quiz, eine Tombola, Kinderspiele, Mittagessen, Kaffee und Kuchen und das neu kreierte „Jubilate Obstschnäpsle“ rundeten das Programm ab. Der Erlös des Festes ist bestimmt für die Erhaltung der Kirche.