Dies & das: Zu eilig

JÜRGEN KÜHNEMUND 03.06.2015

Das Essen hatte gemundet, doch ein Blick auf die Uhr verriet dem Mann, dass es Zeit wurde. Ein suchender Blick, doch die Bedienung befand sich in einem nichteinsichtigen Teil der Wirtschaft, dennoch schmetterte er ein unmissverständliches "Zahlen" in den Raum. Sein Arbeitskollege schaute ihn etwas verwundert an, hatte er doch schon vor zwei Minuten die Rechnung recht deutlich geordert. Das war dem Mann nun wohl absolut entgangen, denn kaum dass er die Bedienung - immer noch am anderen Ende der Wirtschaft - erspäht hatte, erklang ein neuerliches "Zahlen". Schnellen Schrittes eilte die junge Frau heran und meinte, dass sie die beiden Herren nicht vergessen hätte. Nun griff der Zahlungswillige in seine Jackentasche, wollte den Geldbeutel zücken, doch Fehlanzeige. Auch die folgende Recherche in den Hosentaschen blieb ohne den gewünschten Erfolg. Sein lakonischer Kommentar: "Dann muss der wohl noch auf dem Küchentisch liegen." Wenigstens war sein Kollege mit zum Essen gegangen und konnte jetzt die Zeche des "eiligen Mannes" mit berappen. Die Moral von der Geschichte: Es lohnt nicht unbedingt, wenn man sich zum Zahlen vordrängt.