Dies & das: Oh, Schweizer!

WOLFGANG GATTIKER 22.01.2015

Das waren noch Zeiten, als man für einen Euro einen Franken und 50 Räppli bekam. Zigaretten, Kaffee und Benzin waren zur Jahrtausendwende in der Schweiz billig, es gab einen regelrechten Einkaufstourismus an der Grenze. Nun aber kostet eine Pizza bei den Eidgenossen 22 Franken. Das sind 22 Euro. Die Liftpreise beim Skifahren sind inzwischen kaum noch bezahlbar. Da überlegen es sich selbst Auslandsschweizer, ob sie es sich noch leisten können, in die Heimat zu fahren.

Der harte Franken hat aber auch Gewinner: Die deutschen Supermärkte und Einkaufszentren in Grenznähe melden hohe Umsätze - gerade durch die Schweizer. Außerdem: Die Deutschen, die in der Schweiz arbeiten und im Ländle wohnen, haben plötzlich einen satten Gehaltszuschlag bekommen. Und Schweizer Ski-Touristen kommen in Scharen: Feldberg statt St. Moritz. Eines ist klar: Wenn die Schweiz den Franken nicht wieder anpasst, geht der Tourismus vor die Hunde. Wenn dann der Kurs - zuletzt 1,20 Franken für einen Euro - wieder einigermaßen "normal" ist, kann es sich auch ein im Schwabenland lebender Schweizer mal wieder leisten, seine alte Heimat zu besuchen.