DIES & DAS: In den Mai

PETER ANDEL 02.05.2012

Ja, früher! So heißt es stets, wenn ausgedrückt werden soll, dass in jenen etwas länder zurück liegenden Jahren die Dinge einfach besser waren. Das stimmt so kategorisch natürlich nicht. Sie waren halt anders - und mitunter auch nicht sooo viel besser. Das bringt der Wandel, der Trend, der Zeitgeist. Damals hat die Dorfjugend in der Nacht zum 1. Mai irgendwo im Wald - verbotenerweise - ein Bäumchen geschlagen und der Angebeteten vors Haus gestellt. Nette Geste. Allerdings haben die Spitzbuben seinerzeit den Leuten auch die Gartentürchen ausgehängt und am Marktplatz aufgeschichtet. Heute werfen die Jungs Knallkörper in die Briefkästen und hieven Gulli-Deckel an die Seite. Keine nette Geste. Das ist nicht spaßig. Ein Blick in die Polizeinotizen der Walpurgisnacht offenbart, dass sich die Taten der "Witzbolde", auch aufgrund der Präsenz der Beamten, diesmal in Grenzen hielten. Klar, es gingen Notrufe ein, so an die hundert. Und kreisweit hat man sechs Betrunkene aufgegriffen, fünf Kleinstbrände gelöscht, vier Körperverletzungsdelikte angezeigt, 15 Ruhestörungen bearbeitet, sieben Sachbeschädigungen aufgenommen und drei Alkoholfahrten festgestellt. Eben das Übliche zum 1. Mai.