DIES & DAS: Hundeliebe

MAREIKE MANZKE 29.03.2014

Neulich vor dem Tierheim: Ich passiere eine Gruppe Menschen, die einen schwarzen Labrador mit sich führt. Kaum erblickt mich der Vierbeiner, stürmt er schwanzwedelnd auf mich zu. Das Frauchen rennt hinterher und ruft "Max, nicht!" Dieser lässt sich jedoch nicht davon beirren und schnuppert aufgeregt an mir. Da gab es sicherlich auch einiges zu riechen, hatte ich doch direkt zuvor diverse Kaninchen und Artgenossen gestreichelt.

Als die Besitzerin bei uns ankommt, verspürt sie offenbar das Bedürfnis, "Max" rational zu erklären, dass er fremde Menschen nicht derart überschwenglich begrüßen sollte. Also argumentiert sie los: "Max, die Frau ist so schön angezogen, die darfst du nicht dreckig machen." "Max" - wen mag es wundern - interessiert das herzlich wenig. Ein knappes "Aus" hätte vermutlich mehr Wirkung erzielt, vorausgesetzt, der Befehl ist ihm ein Begriff, denke ich. Aber eine autoritäre Erziehung ist offenbar nicht das Modell der Wahl seiner Besitzer. Nur blöd, dass "Max" nicht im liberalen Sinne mitdiskutieren kann. So schlabbert er stattdessen genüßlich weiter an meiner Hand, bis ihn sein Frauchen am Halsband wegführt.