Region Dies & das: Heißheilige

Region / DIETMAR CZAPALLA 11.05.2015
Einst hat man sie gefürchtet wie der Teufel das Weihwasser, die fünf Eisheiligen. Mit schöner Regelmäßigkeit kamen sie an ihren Gedenktagen vom 11. bis 15. Mai. Als letzte Boten des Winters fast immer mit nächtlichen Minusgraden im Gepäck.

Einst hat man sie gefürchtet wie der Teufel das Weihwasser, die fünf Eisheiligen. Mit schöner Regelmäßigkeit kamen sie an ihren Gedenktagen vom 11. bis 15. Mai. Als letzte Boten des Winters fast immer mit nächtlichen Minusgraden im Gepäck. Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie, die "kalte", genannt. Namensgeber sind Bischöfe und Märtyrer aus dem 4. und 5. Jahrhundert. Die Eisheiligen gehen als Witterungsereignis auf jahrhundertealte Beobachtungen von Bauern zurück.

Sie machten die Erfahrung, dass an den Namenstagen der fünf Heiligen oft mit einer letzten Kaltluftfront und entsprechenden Nachtfrösten zu rechnen war. Laut Meteorologen lässt sich dies heute nicht mehr bestätigen. Die Eisheiligen haben ihren Schrecken verloren. So auch in diesem Frühjahr. Für den 11. bis 15. Mai dieses Jahres prognostizieren die Wetterkundler: "Die 'Eisheiligen' machen sich rar - dieses Jahr gibt's 'Heißheilige'". Hoch "Tina" soll für (fast) durchwegs sonnige Temperaturen sorgen. Somit gehört wohl auch die alte Bauernregel "Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis auch die kalte Sophie vorüber ist" der Vergangenheit an. Oder kommt die Kälte womöglich noch?