DIES & DAS: Hagel-Flucht

JÜRGEN HERDIN 03.05.2014

Voll wars am Mittwochnachmittag unter unserem großen Dach." Bernd Schmid, Chef der Shell-Tankstelle in der Reutlinger Karlstraße, setzte dabei ein spitzbübisches Lächeln auf. Ganz klar, so die Vermutung: Hatten doch alle Tanken der Stadt den Spritpreis gerade unverhofft um satte sieben Cent gesenkt. Doch das allein war nicht der Grund für den Andrang.

Denn wie aus heiterem Himmel tönte es am Mittwoch aus dem Radio: Beim zu erwartenden Gewitter könne es wieder zu Hagelunwettern kommen. Der Himmel hielt sich an die amtliche Vorhersage - und öffnete pflichtbewusst seine Pforten. Auf der B 27 zwischen den Fildern und Walddorfhäslach, auch auf den Härten nahe Kusterdingen hagelte es tatsächlich - glücklicherweise nur kleine Körnchen. Doch weil ja vorher niemand wissen konnte, ob die eisigen Geschosse wieder so groß sein würden wie Walnüsse oder eben so klein wie ein Muckenschiss, flüchteten sich die Autofahrer unter jedes sich ihnen bietende Dach.

Bernd Schmid und sein Team von der Tankstelle jedenfalls waren dem Vernehmen nach nicht unglücklich über den unerwarteten Andrang der Hagel-Flüchtlinge.