DIES & DAS: Fundsachen

GUDRUN GROSSMANN 04.01.2014

Am liebsten hätte sie die Angelegenheit weggeschlossen. Im Kleiderschrank. Aber weil alle die Geschichte so nett fanden und sie diese Rubrik gerne liest, darf sie sich jetzt anonym an die Peinlichkeit erinnern. Ein Termin beim Frauenarzt steht an. Immer aufregend und an diesem Tag besonders. Wie wird die Diagnose ausfallen? Nach der Untersuchung ist sie erleichtert. Alles gut. Jetzt bloß nix wie weg. Sie stopft ihren BH und die Geldbörse in die Tasche und sucht das Weite. Kaum ist sie in ihrer Wohnung, springt der Anrufbeantworter an: "Hallo liebe Frau Müller (Name geändert), hier ist ihre Frauenarztpraxis. Wir haben ihren BH und ihren Geldbeutel im Treppenhaus gefunden. Es wäre nett, wenn Sie bald vorbeikommen könnten, um die Sachen abzuholen." Sie fasst sich an den Kopf, bildlich darf sie sich das gar nicht vorstellen. Umgehend ruft sie zurück und bedankt sich bei dem unbekannten Finder. Weitere Erklärungen erspart sie sich. Dafür darf sich ihr Mann am Abend die ganze Story anhören. "Das kann nur dir passieren", so sein Kommentar. Am Ende zählt dann aber nur eins: Sie hat keinen negativen Befund erhalten. Die "Nebenwirkungen" sind nebensächlich.