DIES & DAS: Brezel, mhmm!

PETER ANDEL 27.03.2012

Es ist an der Zeit, ein Loblied auf das deutsche Bäckerhandwerk zu singen, genauer gesagt auf das alemannisch-bayerische oder noch spezieller auf das schwäbische. Unsere Brüder und Schwestern im Norden der Republik wissen ja gar nicht, was für ein Genuss ihnen entgeht beim Reinbeißen in ein kunstvoll geschlungenes Laugenbackwerk. Das wissen bereits Einjährige, wenn sie zum ersten Mal an einer Brezel knabbern oder lutschen. Den Klang des Wortes haben die kleinen Erdenbürger sofort verinnerlicht. Es gibt eben noch mehr als Mama, Papa, Oma oder Opa - und was sie sonst noch alles plappern. Auch wenn es sprachlich nicht ganz korrekt ist, weiß ein Erwachsener gleich, was mit "Bezel" aus Kindermund gemeint ist. Und wenn sich dann auch noch ein gewisses morgendliches Ritual einstellt, dann ist das Ganze fast so konditioniert wie es beim Pawlowschen Hund beschrieben ist. Das Resultat ist verblüffend: Einmal das Wunderding Brezel in der Hand, ist jegliches Gequengel passé, es herrscht die sprichwörtliche gefräßige Stille. Unterbrochen wird das ruhige Genießen lediglich durch das positive und knappe Unterstreichen, dass es aber so was von gut mundet: "Mhmm!"