DIES & DAS: Bergsteiger

GUDRUN GROSSMANN 07.03.2012

Für den Bergsteiger war der höchste Punkt Afrikas ein Ziel, das er seit langem anvisierte. Wie immer ging er etwas unkonventionell vor. Er brauchte nur einen Flug und etwas Zeit, um das Ganze vor Ort zu planen. Doch niemand steigt so einfach auf den Kilimandscharo. Auch die "unorganisierten" Touristen müssen sich an strenge Regeln halten. Ohne Guide geht gar nichts. Schon in Daressalam hatte sich der Älbler nach einem Bergführer umgesehen und die notwendigen Papiere ausgefüllt. Als fast alles unter Dach und Fach war, wurde ihm mitgeteilt, dass die Minigruppe auf drei Personen erweitert wird - eine junge Französin würde sich anschließen. Kein Problem für den Deutschen, wohl aber für die Frau, als sie sich zum ersten Mal begegnen. Sie würde, protestierte sie, doch nicht mit so einem alten Mann gehen. Er würde sie beim Gipfelsturm nur aufhalten, womöglich das ganze Unternehmen gefährden. Der Mann - Anfang 50 - war leicht beleidigt, behielt dies aber höflich für sich. Schon bei der ersten Etappe schwächelte die Dame und je höher sie kamen, um so mehr dürfte ihr Respekt vor dem Alter gestiegen sein. Am Ende stand er drei Stunden vor ihr auf dem Uhuru-Peak.