Reutlingen Die tote Juwelendiebin

"What the Butler Saw": Die Englisch-Theater AG des AEG bot eine spritzig-freche Inszenierung der Krimikomödie. Foto: pr
"What the Butler Saw": Die Englisch-Theater AG des AEG bot eine spritzig-freche Inszenierung der Krimikomödie. Foto: pr
Reutlingen / SWP 10.07.2012
Mit einer sehr lebendigen Uraufführung von "What the Butler Saw" servierten die 13 Teilnehmer der englischen Theater-AG des AEG formvollendet eine Krimikomödie der besonderen Art.

Schon das liebevolle von Schülermentoren und AG gebastelte Bühnenbild sorgte vor Beginn der Aufführung für Aufsehen. Dass hinter dem gemütlichen Kaminfeuer allerdings eine zusammengefaltete Leiche wartete, wussten nur Eingeweihte. Und der Einsatz der makaberen Requisite ließ nicht lange auf sich warten - schon im zweiten Akt hauchte die berüchtigte Diamantendiebin Tess Clouny ihr Leben aus und spukte fortan als Geist durch die Kulissen von "What the Butler Saw".

Zehn Jahre zuvor hatten sie und ihre Komplizen den britischen Kronschatz um den berühmten Diamanten Koh-i-Noor erleichtert - nun zwickt die Chefin das Gewissen. Statt das Juwel zu verkaufen und den Gewinn mit ihren Spießgesellen zu teilen, plant sie, das Diebesgut zurückzugeben. Die erwartungsfroh versammelte Diebesbande ist alles andere als begeistert. Eine letzte Chance räumen sie ihrer Chefin noch ein, bevor drastischere Maßnahmen ergriffen werden: In Einzelgesprächen soll Tess langsam aber sicher wieder auf Spur gebracht werden. Dumm nur, dass diese schon tot vor dem Kamin liegt. . ., denn der Diamant ist gut versteckt.

Die Arbeit der AG-Leiter, Patrick Fischer, Philipp Dietz und Esther-Annie Dietz, sowie der fünf Schülermentoren Katerina Bezirgiannidou, Carolin Hopf, Clara Kandlbinder, Melanie Schäfer und Leon Siekmann hat sich, wie am Wochenende sichtbar wurde, gelohnt: Souverän meisterten die Schauspieler der Klassen fünf bis sieben den englischen Text und begeisterten ihr Publikum mit einem abwechslungsreichen Abend.

Auch wenn nicht jeder Zuschauer den Text bis in alle Feinheiten verstanden hatte, kam durch Slapstickeinlagen, Tanz und jede Menge Action auf der Bühne nie Langeweile auf. Dafür sorgten unter anderem ein durch das Stück stolpernder Butler James, der nach mehreren Schlägen auf den Kopf schließlich sein Gedächtnis wieder erlangte ("My name ist Bond. James Bond") und die Giftmischerinnen Martha und Abby Brewster (auch bekannt aus dem Film "Arsen und Spitzenhäubchen"). Unterstützt wurden sie von einem massenmörderischen Geschwisterpaar, einer vor schlechten Witzen explodierenden Entertainerin, einer überforderten Computerexpertin, zwei neurotischen Bombenexpertinnen und einem romantischen, aber schwerhörigen Schotten. Lediglich Admiral Nelson und die Polizistin Sudgen schienen auf den ersten Blick ihren Sinn für Recht und Ordnung bewahrt zu haben - doch der Fund des Diamanten ließ auch bei ihnen schnell die Fassade bröckeln.

Bei so viel Abwechslung war es kein Wunder, dass die Zuschauer nach einer Stunde Spielzeit vom Ende fast überrumpelt waren - und teilweise auch noch ein zweites Mal kamen. Schulleiter Bernhard Haas brachte es auf den Punkt: "Ich hätte es gerne auch noch ein drittes Mal gesehen!"

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