Honau Die Sinne berührende Gewölbe

Das Organisationsteam von Kunst im Tuffsteinkeller mit (von links) Peter Häußler, den Kuratorinnen Brigitte Braun und Betina Panek sowie Jutta Kraak und Wilfried Schneider. 
 
Das Organisationsteam von Kunst im Tuffsteinkeller mit (von links) Peter Häußler, den Kuratorinnen Brigitte Braun und Betina Panek sowie Jutta Kraak und Wilfried Schneider.   © Foto: Jürgen Herdin
Von Jürgen Herdin 21.06.2018

Die Installationen sind in den neun Honauer Gewölben angekommen, am Freitag, 22. Juni, startet eine weitere Auflage von „Kunst im Tuffsteinkeller“. Ein spannendes Programm mit Ausstellungen, Speis’ und Trank gibt es in Honau auch oberirdisch – dies flankierend zu einem Spektakel, das am Sonntag, 24. Juni, gegen 18 Uhr endet.

Auch die Olgahöhle, neben Schloss Lichtenstein das wichtigste Kulturdenkmal des 1000 Menschen zählenden Orts an der Echazquelle, wird am Wochenende von Künstlern in Beschlag genommen. Dort stellen Serge le Goff und Jan Groeneveld Licht-Installationen aus.

Die Organisatorin Jutta Kraak, Ortsvorsteher Wilfried Schneider sowie die beiden Kuratorinnen der „Nerz KG“, Brigitte Braun und Betina Panek, haben ganze Arbeit geleistet, flankiert von dem Honauer Peter Häußler. Er stellt über der Erde zusammen mit Sabine Haid und Birgit Hartstein in der „Alten Schreinerei“ aus.

Auch die Treppen hinunter in die Honauer Tuffsteinkeller wurden, so gut das eben geht, relativ „betrittsicher“ gemacht. Wer gehbehindert ist, kann die Kunstwerke allesamt dennoch erleben. Denn im Seniorenzentrum Martha-Maria laufen Bilderschauen mit den Installationen.

Fremde, die noch nie bei dieser auch überregional viel beachteten Kunstschau gewesen sind, werden nun als erstes nach den Orten im Detail fragen – und wie man sie erreicht. Wilfried Schneider und Jutta Kraak lächeln – und erklären es so: Einen Ortsplan mit allen Kellern bekommen die Besucher mit ihrer Eintrittskarte sowieso. Dort sind dann auch alle oberirdischen Veranstalter aufgelistet, so auch die Lichtensteinmühle mit Speisen und Besichtigungen.

Ansonsten gilt: Noch nie hat sich jemand auf dieser nur 500 Meter langen „Kulturmeile“ zwischen Olgahöhle und Hauff-Museum verlaufen. Und mit der Eintrittskarte für Kunst im Tuffsteinkeller können die Gäste auch andernorts kostenlos abtauchen – im Honauer Freibad. An den drei Tagen des kommenden Wochenendes bekommen Ticketinhaber übrigens auch freien Eintritt in die Olgahöhle, wo es Wein gibt, und ins Hauff-Museum neben dem Freibad.

„Ortsbezug“ lautet das Thema der Kunstschau. Und das bedeutet für die beiden Kuratorinnen, die selbst auch im Ortsamt mit Collagen zum Thema „Paarweise“ präsent sein werden, die Auseinandersetzung mit dem, was außer- und oberhalb der Keller zu finden ist – samt geologischen Besonderheiten und der Echazquelle und dem Märchenschloss Lichtenstein. „Und außerdem ist so ja auch das ganze Dorf mit einbezogen“, weiß Wilfried Schneider

Das Wechselspiel zwischen zeitgenössischem Installationen und einzigartigen Räumen, sei auch in hohem Maße spannend für die Künstler selbst.  „So wie hier in den Honauer Kellern wird man diese Werke so exakt nie wieder irgendwo sehen“, weiß Brigitte Braun. Und all das sei auch eine große Herausforderung der Künstler, die von diesem Projekt „allesamt sehr begeistert sind“, weiß Betina Panek.

Einmal erst hinunter gestiegen in die diffus beleuchteten Kellergewölbe mit ihrem feuchten modrigen Geruch, so die Kuratorinnen in ihrem Textbeitrag zum Honauer Happening, sei man in einer Unterwelt angekommen, „die die Sinne berührt und mit unseren Phantasien spielt“.  Und alle Künstler eine das Interesse, „sich mit ihren Werken auch außerhalb des etablierten Kunstbetriebs zu bewegen“ – und so das helle Licht einer Galerie oder eines Ateliers „gegen das schummrige Kellermilieu zu tauschen“.

Die Gewölbe scheinen übrigens auch für den einen oder anderen Kunstmuffel von Interesse zu sein. Jutta Kraak berichtete von Leuten, die ihr gestanden hätten: „Kunst interessiert mich nicht, aber ich wollte einmal den Keller meines Nachbarn sehen.“ Wohlgemerkt: Bis auf die Olgahöhle und dem Gewölbe im Freibad (Hauff-Museum)  gehören die Keller Privatleuten.

Karten gibt es nur am Veranstaltungsort

Alle Informationen samt dem Zeitplan sowie kurze Porträts der Künstler von „Kunst im Tuffsteinkeller“ findet man ausführlich im Internet unter der Adresse www.kunst-im-tuffsteinkeller.de. Die Eintrittskarten gibt es ausschließlich an insgesamt sechs Stellen am Veranstaltungsort. jhe

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