Pfullingen Die Rohbauten stehen bereits

Die Rohbauten auf dem Thomasareal stehen, jetzt kann der Innenausbau beginnen.
Die Rohbauten auf dem Thomasareal stehen, jetzt kann der Innenausbau beginnen. © Foto: Evelyn Rupprecht
Von Evelyn Rupprecht 08.11.2018

Die Rohbauten stehen – und haben eine beachtliche Dimension. Die Wohnanlage „Thomasareal“, an der am heutigen Donnerstag Richtfest gefeiert wird, füllt den größten Teil des 6000-Quadratmeter-Grundstücks zwischen Stuhlsteige, Jahnstraße und Kirchengelände. 15,5 Millionen Euro investiert die Baugenossenschaft (BG) Pfullingen hier in 19 seniorengerechte Wohnungen, die allesamt schon verkauft wurden und in 18 Einheiten, die für sozial schwächere Menschen gedacht sind – Leute, die dank eines Wohnberechtigungsscheins Anspruch auf günstigen Wohnraum haben.

Für die BG ist das Projekt durchaus etwas Besonderes. „Es ist das erste Mal seit Langem, dass wir wieder Sozialmietwohnungen im eigenen Bestand haben“, sagt der Vorstand der Genossenschaft, Hans-Ulrich Kiefer. Es sind Wohneinheiten, die zu zwei Dritteln des ortsüblichen Mietpreises auf den Mark geht. 6,60 Euro pro Quadratmeter sind das in diesem Fall.

Sozialmietwohnungen – das ist ein Wort, das Kiefer eigentlich gar nicht so gern in den Mund nimmt. Denn zu denen, die ein Anrecht auf Vergünstigungen haben, gehören inzwischen auch immer mehr Menschen aus der Mitte der Gesellschaft. „Es sind Rentnerpaare, Alleinerziehende oder Familien mit nur einem Einkommen“, weiß der BG-Vorstand. Weil die Quadratmeter-Mietpreise immer weiter steigen, können sich immer weniger Menschen einigermaßen adäquate vier Wände leisten. Ein Problem, dem nicht nur die Stadt Pfullingen mit ihrem „Handlungsprogramm Wohnen“ entgegentritt, sondern das auch die Baugenossenschaft längst erkannt hat. „Ähnliche Projekte mit günstigem Wohnraum planen wir deshalb unter anderem auch in Lichtenstein und Bad Urach“, erklärt Kiefer, der betont, dass das auch dem Leitbild der Genossenschaft entspreche.

Das Thomasareal besteht allerdings nicht nur aus den insgesamt 37 Wohnungen, sondern auch aus einer Begegnungsstätte. „Wir haben eine Einheit, die etwa 70 Quadratmeter groß ist, dafür eingeplant“, berichtet der BG-Vorstand. Es seien Räume, die in Kooperation mit der Samariterstiftung mit Leben gefüllt werden sollen. „Es wird vor Ort Personal geben, das sich um die Leute kümmert. Und wir wollen zum Beispiel auch Abendveranstaltungen wie Lesungen anbieten“, schaut Kiefer voraus. Gedacht sei die Begegnungsstätte übrigens nicht nur für die Bewohner des Thomasareals, sondern für alle Menschen, die in der Nähe und speziell am Ahlsberg leben. Zumal es ja auch für das Böhmler-Areal, das auf der anderen Seite der Stuhlsteige liegt, Umgestaltungspläne gibt. Neue Gewerbe-, aber auch Wohneinheiten sollen dort ihren Platz finden. Das gesamte Gebiet im Pfullinger Südwesten ist derzeit im Umbruch.

Derweil wird auch die Nahversorgung in dem Bereich ausgebaut. Denn die Häuser der Baugenossenschaft entstehen auf dem Dach eines Rewe-Marktes, der momentan ebenfalls im Bau ist. Gut 1400 Quadratmeter groß wird die Verkaufsfläche sein, zu der noch 70 Parkplätze kommen. Nach etwas mehr als eineinhalb Jahren Bauzeit werden die 19 Seniorenwohnungen wohl Ende März bezugsfertig sein, die 18 Einheiten mit Sozialbindung dürften im April soweit sein und der Rewe-Markt, weiß Kiefer, könnte ebenfalls schon Ende März in Betrieb gehen.

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