Reutlingen Die neue Spielzeit: noch bunter, noch breiter

Von Susanne Eckstein 01.09.2018

Chefdirigent Fawzi Haimor und Intendant Cornelius Grube sind selbst begeistert von dem, was in der nächsten Saison auf sie, die Musiker und ihr Publikum zukommt. Sie stellten der Presse ein Programm vor, das auf eine große Bandbreite setzt und ausdrücklich neue Möglichkeiten sucht und eröffnet.

Erfolgreicher Einstieg

Zunächst jedoch konnten beide auf eine erfolgreiche Saison 2017/18 zurückblicken, gekennzeichnet durch den erfolgreichen „Einstieg“ des neuen Chefdirigenten. Dieser konnte offenbar mit dem Orchester eine gute Beziehung aufbauen: Er spürt eine künstlerische Aufbruchsstimmung und einen neuen Sound. Soeben wurden Aufnahmen gemacht.

Die Programmstruktur ist weitgehend die gleiche geblieben: Die Basis bilden die Sinfonie- und die nach allen Seiten offenen „Kaleidoskop“-Konzerte. Hinzu kommen Sonderkonzerte zu Silvester und Neujahr, die Reihe „Seelen-Balsam“, die Kammermusik-Matineen (am 26. Mai mit Werken von Veit Erdmann-Abele), Jugend- und Familienkonzerte sowie „Reutlingen vokal“ mit hiesigen Chören. Was das Reutlinger Publikum nur am Rande mitbekommt, sind die zahlreichen Auswärts-Auftritte in der Region wie im Ausland. Zu den bisherigen Kooperationen treten neue: etwa mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut Tübingen (D.A.I.) oder dem Theater Lindenhof (Projekt „Pausa“).

Wichtig ist sowohl Haimor wie Grube die Erweiterung des Repertoires um hörenswerte, doch allzu selten aufgeführte Partituren. Das können quasi neue wie eine Sinfonie von Bernd Alois Zimmermann oder ganz neue wie „Ramal“ von Kareem Roustom sein, aber auch ältere von Vaughan Williams, Korngold oder Ives. Sie werden mit bekannten Klassikern kombiniert. Manches war wohl nie zuvor in einem Reutlinger Konzertsaal zu hören, so etwa die 3. Sinfonie von Camille Saint-Saëns, die „Orgelsinfonie“ – dank der neu erbauten mobilen Orgel von Christian Schmitt wird sie beim 9. Sinfoniekonzert in der Stadthalle erklingen. Mit ihrem „Händchen“ für hörenswerte Raritäten schließt die WPR ganz gezielt eine Marktlücke und wird damit auch gern eingeladen.

Als Gastdirigenten und Künstler sind Persönlichkeiten engagiert, die Haimor und Grube teils schon kennen (mit Lukasz Borowicz kehrt buispielsweise ein früherer Chefdirigat-Bewerber zurück), daneben junge Solisten wie Antonio Chen Guang und berühmte Stars wie Pascal Rogé oder Ute Lemper – „es sind Sternstunden abzusehen“, so die Planer. So gelang es nun auch, den renommierten Dirigenten Christoph Poppen zusammen mit der Sopranistin Juliane Banse zu verpflichten; beide werden das 8. Sinfoniekonzert mit Werken von Dallapiccola, Berlioz und Beethoven bestreiten.

Die „Kaleidoskop“-Reihe wird noch bunter und breiter gefächert als bisher; als Stichworte mögen fürs erste „Film“, „Blasmusik“ (virtuos besetzt mit „Federspiel“), „Offenbach“ und „Max Mutzke“ genügen. In Sachen „Vermittlung“ beginnt sogar eine neue Reihe: „Checker Tobi“ wird den Kindern das Orchester näherbringen.

Das Programmbuch: Infos und Inspiration

„Achtzehn/Neunzehn“ Die Ankündigungen sind so gespickt voll mit interessanten Namen und Werktiteln, dass hier nur noch auf das WPR-Programmbuch „Achtzehn/Neunzehn“ oder die Homepage (www.wuerttembergische-philharmonie.de/alle-konzerte.html) als inspirierende Lektüre verwiesen werden kann. Dort ist auch Näheres über Abos und Karten zu erfahren.

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