Fasnetsumzug Die Narren erobern die Stadt

Evelyn Rupprecht 14.01.2018

Feuer-Teufel! Bära-Dreck! Schuri-Schura-Schurum! Die Zeiten, in denen die Fasnet im evangelisch geprägten Pfullingen den Menschen nur ein Gähnen entlockt hat, sind schon längst vorbei. Die Echazstadt ist eine Narrenhochburg – das war am Sonntag deutlich zu spüren. Da tobten 77 Zünfte und Gruppen aus der nahen Umgebung, aber auch aus dem ganzen Ländle durch die Innenstadt, über 3000 Hästräger machten die Straßen unsicher – und tausende Zuschauer genossen das Spektakel und grölten die Narrenrufe mit.

Bereits zum achten Mal haben die Pfullinger Uschlaberghexa zum Umzug eingeladen. Und sie werden immer professioneller, was das Ausrichten des Großereignisses angeht. So moderierten sie an drei Stationen, Sprecherwagen erwarteten die Besucher in der Klosterstraße und auf dem Marktplatz, ein mobiler Moderator mischte sich am Hallenbad unter die Massen.

Die Stimmung war prächtig – was wohl am gar nicht so schlechten Wetter gelegen haben mag, aber vor allem an der Ausgelassenheit der Narren und der schmissigen Guggenmusiker. Letztere hatten sich gestern schon vor Umzugsbeginn auf dem Marktplatz eingestimmt – und das nach dem Narrengottesdienst in der St. Wolfgangs-Kirche, der laut Dekan Hermann Friedl „einfach super“ war und einem Empfang im Gemeindehaus, von dem der stellvertretende Bürgermeister Martin Fink hin weg war. Auch die Chefin der Uschlaberghexa, Anja Rümelin, die auf dem Sprecherwagen am Marktplatz die eintreffenden Gruppen begrüßte, konnte ihre Begeisterung nicht mehr im Zaum halten. „Die Messe war klasse, der Empfang auch und der Umzug ist einfach spitze“, fasste sie den Tag zusammen.

Zum Gelingen des Umzugs, in den die Uschlaberghexa ein gutes Jahr Vorbereitungszeit investiert haben, dürfte halb Pfullingen beigetragen haben. Die Sport-, Gesang- und Narrenvereine – und andere übrigens auch – legten sich mächtig ins Zeug, um an 20 Verpflegungsständen zu bewirten, dazu kamen noch ein extra Verpflegungs- und ein Festzelt, in dem kräftig nachgefeiert wurde.