Pfullingen Die Nanny mit dem Regenschirm

Ausdrucksstarkes Theaterspiel: Nanny Mary Poppins (Lena Johanning) - hier mit Vater Banks (Madeleine Bamberg), der von der "widerlichen Fröhlichkeit" im Haus so gar nicht begeistert ist.
Ausdrucksstarkes Theaterspiel: Nanny Mary Poppins (Lena Johanning) - hier mit Vater Banks (Madeleine Bamberg), der von der "widerlichen Fröhlichkeit" im Haus so gar nicht begeistert ist. © Foto: Patricia Kozjek
PARTICIA KOZJEK 19.02.2015
Begeistert waren die Besucher in der Realschule bei der Premiere des Musicals "Mary Poppins", aufgeführt von der Theater- und Chor-AG unter der Regie von Beate Döring und Ceyda Yilmaz.

"Das war ganz schön aufwendig", gibt Döring nach eineinhalb Stunden Theatershow gerne zu. "Die Kinder haben es wirklich prima gemeistert", ist sie begeistert. Die Proben zum Stück begannen bereits nach Ostern 2014. Umgeschrieben wurde es währenddessen auf Pfullingen und seine Umgebung. Der Chor unter der Leitung von Christiane Höpfner, stieg mit seiner Arbeit und dem Einstudieren zahlreicher lustiger Songs nach den Sommerferien damit ein.

Begleitet wurden die 15 Chorsängerinnen, die so manchen Zungenbrecher über die Lippen kriegen mussten von Konrektor Jochen Wandel am Piano. Neben zahlreichen Arbeiten und dem Zwischenzeugnis-Endspurt, war es für die Fünft- bis Zehntklässler eine ganz schöne Herausforderung in den letzten Wochen, wie Döring mit Respekt betont. Unterschiedliche Fachschaften der Schule sorgten derweil für ein stimmig-harmonisches Bühnenbild oder den sportlichen Teil der Choreografie. Ausdrucksstark besetzt war dabei nicht nur die Rolle der Mary Poppins (Lena Johanning). Als talentierte Super-Nanny begeistert sie ihre Schützlinge Jane (Melisa Metin) und Michael (Lea Lummert) regelrecht, während sie ganz eigene Erziehungsziele verfolgt. Sehr zum Leid von Mr. Banks (Madeleine Bamberg), dem Vater der Kinder. Die "widerliche Fröhlichkeit", die mit Mary Poppins im Hause Banks eingezogen ist, geht Vater Banks, ein nüchterner Banker, zunächst ordentlich auf den Kecks, während seine Frau (Lisa-Marie Bamberg) gut damit leben kann. Ist Mary Poppins doch einfach das beste Kindermädchen der Welt und scheinbar von Gaben beseelt - nicht nur bei Spaziergängen an der Pfullinger Echaz -, die die Kinder bisher noch nicht erleben durften.

Aber was wäre die Geschichte schon ohne den völlig relaxten (Lebens-)Künstler und Könner Bert (Mark Mende) - ein Freund und Helfer von Mary Poppins? Sie wäre nicht halb so bunt und lustig. Das neue Kindermädchen will bleiben, bis sich der Wind dreht, wie sie den Kindern sagt.

Die Nanny mit dem Regenschirm bleibt tatsächlich bis ihre Aufgabe (in der Familie) erledigt ist, dann verschwindet sie spurlos. "Es kommt immer nur darauf an, wie man die Dinge anfasst", erklärt sie den Kindern zuvor tiefgründig und lernt ihnen, wie bittere Medizin nach Himbeersaft und Waldmeister schmecken kann oder Aufgaben mit Freude erledigt werden. Auch der Zuschauer lernt etwas im Stück: Etwas, was man immer sagen kann, wenn man sonst nicht weiß, was sagen, ist "Supercalifragilisticexpialigetisch".