Wiegenfest Die nächste Verabredung steht bereits

Seerosen mag Mathilde Flad. OB Barbara Bosch schenkte ihr wieder welche.
Seerosen mag Mathilde Flad. OB Barbara Bosch schenkte ihr wieder welche. © Foto: Peter U. Bussmann
Reutlingen / Peter U. Bussmann 17.07.2018

Ihr Gehör ist nicht mehr das beste, aber an Dinge vor rund 100 Jahren kann sie sich noch genau erinnern und ihren knitzen Humor hat sie bewahrt. Am Samstag feierte Mathilde Flad ihren 106. Geburtstag, gestern Nachmittag kam OB Barbara Bosch zum Gratulieren zur ältesten Reutlinger Bürgerin. Und das Stadtoberhaupt hatte, wie schon im vorigen Jahr, wieder eine Seerose, diesmal mit Blüte, dabei. Die knitze Jubilarin hatte Bosch vor zwei Jahren verraten, dass sie diese Blumen besonders mag.

Mathilde Flad lebt noch allein in ihrer Wohnung im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Sebastian-Kneipp-Straße. Seit einem halben Jahr kommt dreimal täglich ein Pflegedienst, versorgt und verköstigt sie. Davor half eine Nachbarin aus dem Haus, doch die ist mittlerweile in die Jahre gekommen.

Die gebürtige Ochsenhausenerin (Kreis Biberach) Mathilde Hetsch kam mit 16 Jahren nach Reutlingen, um hier eine Lehre als Bürstenbinderin zu machen. Beim Frühlingsfest auf den Bösmannsäckern lernte sie Adolf Flad kennen, den sie 1937 heiratet. Er starb vor 21 Jahren. 13 Kinder brachte Mathilde Flad zur Welt, von denen zehn noch leben. Und sie hat 28 Enkel, 27 Urenkel und zwei Ur-Ur-Enkel. „Wenn man alle zusammenholt, braucht man eine Halle zum Feiern“, sagt Sohn Dieter.

Heute kommt als nächster Gratulant noch der Apostel, der höchste regionale Würdenträger der Neuapostolischen, mit Chor und allem zu einem persönlichen Gottesdienst in die Wohnung der außergewöhnlichen Jubilarin.

Einen Grund für ihre gute Gesundheit nennt Mathilde Flad das Essen. Reichlich und gut darf es sein, am liebsten etwas Deftiges wie Sülze oder Ochsenmaulsalat.

Für Barbara Bosch gab’s bei diesem Besuch auch noch ein Geschenk: Dieter Flad, der Sohn der Jubilarin, überreichte der OB einen alten Reutlinger Zinnbecher, den sie „bisher nur von Fotos kennt“. „Nemma!“, riet ihr die Jubilarin lächelnd. Dafür versprach das Stadtoberhaupt, im nächsten Jahr bestimmt wiederzukommen.

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