Reutlingen Die meisten alten Heizkessel haben endgültig ausgedient

Das Häusle wird energetisch gründlich unter die Lupe genommen.
Das Häusle wird energetisch gründlich unter die Lupe genommen. © Foto: Archiv
Reutlingen / SWP 23.01.2015
Die Energieeinsparverordnung soll den Energieverbrauch von Gebäuden und damit Kosten reduzieren. Im Mai 2014 wurde sie zum vierten Mal angepasst.

Was Hausbesitzer und Mieter für 2015 über die Energieeinsparverordnung (kurz: EnEV) sowie über weitere Änderungen wissen sollten, erklärt Tobias Kemmler, der Leiter der Klimaschutzagentur im Landkreis Reutlingen.

Alte Heizkessel haben ausgedient

Wer sein Haus mit einem Kessel beheizt, der vor 1985 eingebaut wurde, muss diesen jetzt austauschen. Ausgenommen sind Niedertemperatur- und Brennwertkessel mit besonders hohem Wirkungsgrad. Wer seit 1. Februar 2002 oder früher selbst im Gebäude wohnt, hat ebenfalls Schonfrist. Nach einem Verkauf muss der neue Eigentümer innerhalb von zwei Jahren die Anlage austauschen.

"Oben ohne" nur bis Ende 2015

Obere Geschossdecken, die begehbar sind, oder das darüber liegende Dach müssen spätestens 31. Dezember 2015 gedämmt sein. Existiert bereits ein "Mindestwärmeschutz", gilt diese Regelung nicht. Auch wer als Eigentümer die Immobilie bereits am 1. Februar 2002 bewohnt hat, ist nicht betroffen.

Energetische Sanierung wird steuerlich gefördert

Private Haus- und Wohnungsbesitzer, die ihr Objekt selbst bewohnen, sollen eine energetische Sanierung steuerlich absetzen können. Ob es sich dabei um einzelne Maßnahmen oder eine vollständige Sanierung handelt, ist unerheblich. Die Vorteile werden gewährt, wenn sich die Energieeffizienz der Immobilie nach den Änderungen erhöht hat oder erneuerbare Energien genutzt werden. Die Details zur Ausgestaltung der Steuerabschreibung will der Gesetzgeber bis spätestens Ende Februar bekannt geben.

Höhere Zuschüsse für Vor-Ort-Beratung

Für eine fachliche, fundierte Vor-Ort-Beratung zur energetischen Sanierung gibt es ab dem 1. März 2015 höhere Zuschüsse. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übernimmt bis zu 60 Prozent der förderfähigen Kosten. Maximal sind es 800 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie 1100 Euro für Häuser mit mindestens drei Wohneinheiten. Wohnungseigentümergemeinschaften erhalten zusätzlich bis zu 500 Euro für den erhöhten Beratungsaufwand.

Erneuerbare-Wärme-Gesetz wird novelliert

Das novellierte baden-württembergische Erneuerbare-Wärme-Gesetz, kurz EWärmeG, tritt am 1. Juli 2015 in Kraft. Hier gilt dann für die Wärmeerzeugung in älteren Gebäuden ein Pflichtanteil von 15 Prozent erneuerbarer Energie. Wer einen umfassenden Sanierungsfahrplan für sein Haus vorlegen kann, erfüllt diese Vorgabe bereits in Teilen. Die Solarthermie wird nicht mehr als "Ankertechnologie" fungieren.

Energiekennwerte in Immobilienanzeigen

Bereits seit Mai 2014 müssen die Energiekennwerte einer Immobilie in kommerziellen Verkaufsanzeigen genannt werden. Ab 1. Mai 2015 gilt es als Ordnungswidrigkeit, dies zu unterlassen.

Genaue Informationen zu allen Änderungen, die 2015 in Kraft treten, erhalten Interessierte bei der kostenlosen Erstberatung der Klimaschutz-Agentur im Landkreis Reutlingen.Termine und weitere Infos unter Telefon: (07121) 14 32 571 und www.klimaschutzagentur-rt.de.