Pfullingen Die Lage ist prekär

© Foto: Thomas Kiehl
Pfullingen / Evelyn Rupprecht 13.01.2018

Die Gerüchteküche brodelt. Ja, CDU-Stadtrat Gert Klaiber spricht inzwischen sogar schon von „Legendenbildung“. Fakt ist: Der Pfullinger Bürgermeister Michael Schrenk ist mit einer kleinen Unterbrechung seit Anfang November krankgeschrieben und wird wohl aller Voraussicht nach mindestens bis Ende Januar, eher wohl bis Februar arbeitsunfähig bleiben. Nach dem Zwist, der zwischen dem Schultes und dem Gemeinderat im vergangenen Sommer hochgekocht ist, gibt es jetzt in Pfullingen Menschen, die sagen: „Der böse Gemeinderat ist schuld daran, dass Michael Schrenk krank ist.“ Zumindest sind derlei Aussagen Gert Klaiber schon zu Ohren gekommen. Andere Pfullinger denken da bereits weiter. „Kommt der Bürgermeister denn überhaupt wieder zurück?“: Die Frage hört der stellvertretende Rathauschef, UWV-Stadtrat Martin Fink, beinahe täglich. Beantworten kann er sie nicht. Was er tun kann, das ist arbeiten, arbeiten, arbeiten – und zwar ehrenamtlich.

Auf Fink als erstem Stellvertreter Schrenks lastet der Großteil der Verantwortung (wir berichteten). Dass er zu dem Erkrankten keinen Kontakt hat, erleichtert ihm seine Aufgabe nicht gerade. Aber auch das gesamte Verwaltungsteam steht unter Spannung. Denn auch der Kämmerer ist seit Monaten krankgeschrieben. Und das in einer Zeit, in der das Rathausteam eh schon ersatzgeschwächt ist. Schließlich haben in den vergangenen Jahren mehrere bestens eingearbeitete, lang-gediente Kollegen das Rathaus verlassen, weil, so die Vermutung der Stadträte, „die Stimmung in der Verwaltung so schlecht ist“. Aus eben diesem Grund bewerben sich auch kaum Leute auf die freien Stellen, glauben viele in Pfullingen.

Das Problem geht also weit hinaus über die beiden krankheitsbedingten Ausfälle von Bürgermeister und Kämmerer.  Und auch die Mediation zwischen Gemeinderat und Stadt­oberhaupt ist zwar angelaufen – stockt inzwischen aber logischerweise wieder.  Die Lage in Pfullingen ist mehr als ungut. Dass Gert Klaiber in diesem Monat noch darüber sprechen will, wie es weitergehen kann, ist nur konsequent. Vielleicht braucht die Stadt ja einen ersten Beigeordneten, der den Schultes hauptamtlich vertreten kann. Dieser Ansatz und andere Vorschläge könnten zur Debatte stehen. Eine Diskussion, die fast schon überfällig ist und höchst wahrscheinlich in Abwesenheit von Michael Schrenk beginnt.

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