Pfullingen Die Jubilarin denkt bis heute positiv

Bürgermeister Michael Schrenk gratuliert Margareta Kolar mit Blumen zum 100. Geburtstag. Rechts Elisabeth Jost, die Tochter der Jubilarin.
Bürgermeister Michael Schrenk gratuliert Margareta Kolar mit Blumen zum 100. Geburtstag. Rechts Elisabeth Jost, die Tochter der Jubilarin. © Foto: Simon Wagner
Pfullingen / SIMON WAGNER 18.07.2016
Einen besonderen Geburtstag gab es jüngst im Seniorendomizil Haus Ursula. Bürgermeister Michael Schrenk gratulierte Margareta Kolar zum 100.

Margareta Kolar ist damit die älteste Bewohnerin der Einrichtung und gleichzeitig die drittälteste Einwohnerin Pfullingens. Grund also genug, ihr persönlich zu gratulieren und ihr verschiedene Präsente, wie auch eine von Ministerpräsident Wilfried Kretschmann unterschrieben Urkunde zu überreichen. „Eine tolle Leistung“, würdigte Schrenk ihr bisheriges Leben.

Ein Leben, das einem Spiegel der Zeitgeschichte gleicht und markiert war von verschiedenen Brüchen. Margareta Kolar wurde am 14. Juli 1916 in Ungarn geboren. Sie heiratete 1937 ihren Mann Victor in Rumänien. Nur ein Jahr nach der Hochzeit wurde er allerdings in die Armee berufen. Im Jahr 1944 wurde Margareta Kolar selbst nach Russland deportiert. Die gemeinsame Tochter Elisabeth wuchs derweil bei den Großeltern auf. Nach Kriegsende fand die Familie in Rumänien wieder zusammen. Dort arbeitete Margareta Kolar bis zu ihrer Rente in der Qualitätskontrolle einer Knopffabrik. Zusammen mit ihrem Mann, er hatte deutsche Wurzeln, folgte sie ihrer Tochter 1998 schließlich nach Deutschland.

Bis vor zwei Jahren lebte Margareta Kolar in Reutlingen und zog anschließend in das Pfullinger Seniorendomizil. Dort empfing sie am Donnerstag nicht nur den Pfullinger Rathaus-Chef, sondern auch ihre Familie. Neben ihrer Tochter gratulierten ihr bei Kaffee und Geburtstagskuchen beide Enkelkinder, wie auch die beiden Urenkel.

Derzeit laboriert Margareta Kolar an einem Oberschenkelhalsbruch, aber wie der Leiter der Einrichtung Nedjeljko Tosic bestätigt, hat sie die Verletzung gut weggesteckt und sei „fast schon wieder die Alte“. Als Grund für die schnelle Erholung sieht er ihren Charakter: „Sie denkt positiv.“ Ihre heute in Plochingen lebende Tochter Elisabeth Jost kann das nur unterstreichen. Mit ihrer Art erobert sie bis heute die Herzen von Kinder, sie sei noch immer neugierig und interessiere sich für das was in ihrem Umfeld und in der Welt geschehe. Regelmäßig nimmt sie etwa die Tageszeitung in die Hand. Eine besondere Ausgabe erhielt sie am Donnerstag aus den Händen des Bürgermeisters: eine von ihrem Geburtstag vor 100 Jahren.

Margarete Kolar freute sich sichtlich über den hohen Geburtstagsbesuch. Auch wenn ihre Muttersprache Ungarisch ist und sie es gerne sähe, wenn diese Sprachtradition in der Familie fortgeführt werden würde, kann sie Gesprächen in Deutsch folgen. Auf die Frage von Bürgermeister Schrenk, was man machen müsse um auch so alt wie sie zu werden, antwortete sie allerdings wortlos auf ihre Art: Sie gluckste nur verlegen.