Schreiner Die Innung wächst wieder

Die Zeichen im Schreiner-Handwerk stehen auf grün.
Die Zeichen im Schreiner-Handwerk stehen auf grün. © Foto: Archiv
Reutlingen / swp 16.05.2018

Das Schreinerhandwerk in der Region zeichnet sich durch eine große Vielfältigkeit aus. Trotz negativer demografischer Entwicklung ist das Interesse an dem Schreinerberuf groß. Auch die Innung wächst nach Jahren des Strukturwandels wieder. Die Branche profitiert insbesondere von der guten Baukonjunktur und ist gut beschäftigt. Kritik üben die Schreiner an den immer höheren bürokratischen Auflagen.

Außer Holz verarbeiten die Schreiner Kunststoff, Glas, Metall und andere Materialien. Gerade Materialverbindungen haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Leistungspalette der Schreiner reicht von der Möbelherstellung und dem Innenausbau über Renovierung und Modernisierung bis hin zur Herstellung und Montage von Fenstern, Türen, Treppen und Wintergärten. Daneben sind die Schreiner auch bei der Restaurierung, energetischen Sanierung, dem Einbruchsschutz, dem barrierefreien Einrichten und dem Brandschutz aktiv.

Im Landkreis Reutlingen gehören der Innung knapp 70 Betriebe an. Diese Zahl war in der Vergangenheit schon deutlich höher. Mittlerweile hat sie sich aber stabilisiert und steigt nach den Jahren des Strukturwandels und der Konzentration wieder an. Obermeister Olfert Alter (Walddorfhäslach) und auch der Geschäftsführer der Reutlinger Kreishandwerkerschaft, Ewald Heinzelmann, hoffen, dass in diesem Jahr die Grenze mit 70 Betrieben wieder nach oben durchbrochen werden kann.

Auch die Schreinerbetriebe im Landkreis Reutlingen können von der guten gesamtwirtschaftlichen und insbesondere der guten Baukonjunktur profitieren. Die Nachfrage bei Privat- und Geschäftskunden, sowie der öffentlichen Hand haben sich in gefüllten Auftragsbüchern auch bei den Schreinern niedergeschlagen. Nichtsdestotrotz fällt dem Obermeister auf, „dass die Kenntnisse bei Ausschreibungen sehr weit auseinander liegen“. Gründe hierfür sind insbesondere die große Zahl der Betriebe und auch die zunehmende Zahl von reinen Montagebetrieben.

Letzteres haben auch die Sozialkassen der Bauwirtschaft erkannt. In dieser Kasse sind alle Betriebe Mitglied, die Bauleistungen erbringen. Ausgenommen hiervon sind Meisterbetriebe des Schreinerhandwerks, die Mitglied der Innung sind.

Erfreulich groß sei weiterhin das Interesse an dem Schreinerberuf. Trotz demografischer Entwicklung und dem Trend zur Akademisierung wollen viele Jugendliche diesen Beruf erlernen. Allerdings gebe es auch viele, die nach abgeschlossener Ausbildung ein Studium anschließen und das Handwerk wieder verlassen. Trotzdem seien die Schreiner mit der Ausbildungssituation rundum zufrieden.

Wenig erfreut und sehr kritisch sind sie demgegenüber gegen immer neue bürokratische Anforderungen. Dies gilt unter anderem für die Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung ab dem 25. Mai.

Der Geschäftsführer der Reutlinger Kreishandwerkerschaft, Ewald Heinzelmann, informierte die Betriebe bei der Versammlung über diese neuen gesetzlichen Anforderungen. Die Betriebe sind der Auffassung, dass diese maßlos überzogen sind und lediglich einen neuen bürokratischen Aufwand verursachen.