Reutlingen Die halbe Stadt war unterwegs

Volle Kneipen bei der „Nachtschwärmer“-Partymeile in der Reutlinger Innenstadt. 20 Lokale öffneten ihren Türen.
Volle Kneipen bei der „Nachtschwärmer“-Partymeile in der Reutlinger Innenstadt. 20 Lokale öffneten ihren Türen. © Foto: Spieß
Jürgen Spieß 09.01.2018

Zum 19. Mal stieg am Samstag in der Reutlinger Innenstadt die Nachtschwärmer-Party. Bei freiem Eintritt feierten hunderte Partygänger in den 20 beteiligten Innenstadt-Kneipen, Bars und Clubs und machten die Nacht zum Tage. Tanzwillige kamen ebenso auf ihre Kosten wie Livemusik-Fans.

Obwohl die Veranstalter von „Party Reutlingen“ in diesem Jahr zu einer etwas kleineren Nachtschwärmer-Ausgabe geladen hatten, brummte der Bär vor und in den 20 beteiligten Locations bis tief in die Nacht. Zum dritten Mal war der Eintritt bei der Partynacht kostenlos, nur bei den Clubs P&K und Area 14 kam man nicht umsonst rein. Zudem gab es wieder jede Menge Vergünstigungen und Specials, sowohl bei alkoholischen als auch nichtalkoholischen Getränken. Nach Einschätzung mehrerer Veranstalter kamen „mindestens genauso viele Leute wie letztes Jahr“ zu den fünf Locations mit Livemusik. Auch in so gut wie allen 15 Kneipen und Clubs, in denen DJs Musik auflegten, war nach 22 Uhr kaum ein Durchkommen mehr.

Nicht nur in der Innenstadt drängten sich Massen von Party-Gängern, auch in den etwas abseits gelegenen Locations wie Maximilian, Frankies oder Billy Bob‘s war reger Betrieb. Teilweise war es drinnen so voll, dass sich draußen vor den Kneipen Menschentrauben bildeten, etwa vor dem Kali oder dem Hola Oli. Über den nächtlichen Sturm auf die Innenstadt freuten sich auch Wirte, die gar nicht im Programmheft der Veranstalter auftauchten. Denn wer keine Lust mehr hatte, sich durch die zum Teil überfüllten Partys zu kämpfen, gönnte sich nicht selten eine Pause in einer der nicht beteiligten Innenstadt-Kneipen.

Zuweilen hatte man das Gefühl, die halbe Stadt sei auf den Beinen, um zu feiern und versteckte oder bisher unbekannte Orte neu zu entdecken. Etwa das etwas abseits gelegene Frankies, in dem das Trio Gate 8 closed einen schweißtreibenden Ausflug in die Rockgeschichte ablieferte. Rau ging es bei den drei Herren zu, heftig und laut. Inbrünstig und stimmungsvoll ging es auch im Maximilian und in der Kaiserhalle zur Sache. Während The Bloody Chicken Heads im überfüllten Maximilian Rock-Klassiker wie „Smells Like Teen Spirit“ (Nirvana), „Paranoid“ (Black Sabbath) und „Smoke On The Water“ (Deep Purple) zum Besten gaben, ließen Lovejoker in der Kaiserhalle die E-Gitarren zu Cover-Rock-Hits aufheulen.

In der Mezcalitos Bar ging es dagegen mit mehreren DJs und einem tanzbaren Kuba-Latin-Mix um einiges ruhiger zu. Auch im Alexandre, wo die Band Syndicate aufspielte, sah man zumindest vor 22 Uhr noch ein paar freie Plätze. Tolle Stimmung herrschte dagegen bei der „Bad Taste Party“ mit DJ Wolferine im Hades oder im Rodeo, wo DJ Martin Schlager- und Party-Hits auflegte. „Kommen wir da überhaupt noch rein?“ oder „Wohin als nächstes?“: Das waren die Fragen, die sich die Partyhungrigen in dieser Nacht vermutlich am häufigsten stellten. Erstmal zur Einstimmung ins Alexandre und ins Hola Oli? Danach Abtanzen zu Black Music ins Spice oder doch lieber ins Joli, wo sich die Leute zu Dance Charts bewegten? Und eigentlich wollte man ja noch gegen später eine Bekannte im Kali treffen, wo das Trio The Pulz zu Britpop-Rhythmen aufspielte.

Doch es war teilweise so proppenvoll, dass Verabredungen einhalten oder jemand zu später Stunde treffen zu den größeren Herausforderungen bei dieser Nachtschwärmer-Party gehörte.

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Lokale und Gastronomiebetriebe öffneten ihre Türen am Samstagabend zum „Nachtschwärmer“-Programm. Live-Musik satt gab es an allen Ecken, großteils zum Nulltarif.