Präventionsarbeit Die Gefahr aus dem eigenen Glas

Landrat Thomas Reumann, Schulleiter Hans-Joachim Stark, Andrea Sautter und Ingrid Wiedmann mit  Schülern der Kerschensteinerschule in Reutlingen.
Landrat Thomas Reumann, Schulleiter Hans-Joachim Stark, Andrea Sautter und Ingrid Wiedmann mit  Schülern der Kerschensteinerschule in Reutlingen. © Foto: Landkreis Reutlingen
Reutlingen / swp 23.03.2018

Am gestrigen Tag des Kriminalitätsopfers informierten und warnten der Weiße Ring und das Landratsamt Reutlingen mit einem Informationsstand in der Kerschensteinerschule vor K.o.-Tropfen. Ein Tisch voller bunter „Spikeys“ war im Eingangsbereich der Kerschensteinerschule aufgebaut, Karten mit lustigen Sprüchen und eine „Cocktail-Karte“ lagen aus. Was nach Spaß aussah, hat einen ernsten Hintergrund, erklärten Andrea Sautter vom Weißen Ring und Ingrid Wiedmann vom Landratsamt Reutlingen.

 Die meisten Betroffenen bemerken erst zu spät oder gar nicht, dass sie Opfer von K.-o.-Tropfen geworden sind. In ausreichend hoher Dosierung in Getränk oder ins Essen gemischt, betäuben sie und verursachen einen kompletten Blackout. „Nicht nur Frauen werden Opfer, auch Männer“, betont Andrea Sautter, „denn die K.-o.-Tropfen machen es dem Täter leicht, sein Opfer zu bestehlen oder es sexuell zu missbrauchen.“

Bunter Getränkeschutz

Getränke nie unbeobachtet stehen lassen, keine offenen Getränke von Fremden annehmen, aufeinander aufpassen – die vermeintliche Cocktail-Karte entpuppt sich beim genauen Hinsehen als Hilfestellung zum Schutz vor K.-o.-Tropfen. Auch die Spikeys, die an die Schüler verteilt wurden, können helfen. Der bunte Getränkeschutz wird in den Flaschenhals gedrückt, der Strohhalm wird hineingesteckt.

 Landrat Thomas Reumann unterstützte die Arbeit des Weißen Rings. „Hilfe für die Opfer, aber vor allem auch die Prävention stehen im Vordergrund. Zusammen mit dem Weißen Ring wollen wir unsere Schülerinnen und Schüler nicht nur heute sensibilisieren und informieren, wie sie sich schützen können. Weitere gemeinsame Projekte und Maßnahmen für eine verstärkte Präventionsarbeit sind uns ein großes Anliegen.“

 Der Tag des Kriminalitätsopfers am 22. März wurde 1991 vom Weißen Ring eingeführt, um an die Situation der durch Kriminalität und Gewalt geschädigten Menschen zu erinnern.

Vor allem Politik, Justiz und Verwaltung werden an diesem Tag zum Handeln aufgefordert und die Gesellschaft soll für die Belange der Opfer sensibilisiert werden.