Naturkundemuseum Die ganze Farbpalette aus der Vogelperspektive

Luftbildfotograf Bernhard Edmaier und seine Partnerin Dr. Angelika Jung-Hüttl (links) mit Museumsleiterin Dr. Barbara Karwatzki zwischen einer Fotografie (im Hintergrund) und realen steinernen Ausstellungsstücken.
Luftbildfotograf Bernhard Edmaier und seine Partnerin Dr. Angelika Jung-Hüttl (links) mit Museumsleiterin Dr. Barbara Karwatzki zwischen einer Fotografie (im Hintergrund) und realen steinernen Ausstellungsstücken. © Foto: Peter U. Bussmann
Reutlingen / Peter U. Bussmann 18.07.2018

In der heute öffnenden Sonderausstellung im Naturkundemuseum trifft ästhetische, ja künstlerisch-abstrakte Farbfotografie auf uraltes Gestein. „Wir haben zu den faszinierenden großformatigen Luftbildern von Bernhard Edmaier ein paar bodenständige Kleinigkeiten aus unserem Bestand dazu gepackt“, erläuterte gestern Nachmittag Naturkundemuseums-Leiterin Barbara Karwatzki die Mischung.

Hingucker sind aber wieder mal die Fotografien, diesmal die von Berhard Edmaier. Der 1957 Geborene ist gelernter Geograph und Tunnelbauer, hat auch schon am Tunnel in Degerloch mitgearbeitet. Für seine Studienabschlussarbeit über die Murentätigkeit in den Alpen, ausgelöst durch großflächige Skipisten, setzte er sich erstmals ins Flugzeug, um sein Forschungsobjekt von oben zu fotografieren. Aus diesem Ansatz entwickelte sich sein zweiter und heute ausschließlicher Beruf des Luftbildfotografen. Er machte sich in den vergangenen 20 Jahren mit seinen oft abstrakt anmutenden Aufnahmen von der Erdoberfläche international einen Namen. Sein Wissen um die Entsteheung der Erde und die geologischen Prozesse, die sie ständig verändern, bilden dabei die Basis seiner fotografischen Arbeit.

Für seine thematischen Fotoprojekte reist er mehrmals im Jahr in abgelegene, vom Menschen kaum oder nicht berührte Gegenden. Seine Lebenspartnerin,  die Geologin und Wissenschaftspublizistin Dr. Angelika Jung-Hüttl, begleitet ihn dabei und entwickelt mit ihm zusammen Buch-und Ausstellungskonzepte und verfasst Texte dazu.

Das nun in Reutlingen bis 21. Oktober im Naturkunde gezeigte Projekt „Farben der Erde“ war als Wanderausstellung schon in Lugano, Karlsruhe, Olten und in der Flugwerft Schleißheim, einer Außenstelle des Deutschen Museums in München.

Die Ausstellung ist in fünf Farbkategorien geordnet. Mit den durch natürliche Prozesse ohne Zutun des Menschen entstandenen Farben „lässt sich die gesamte Palette darstellen“, sagt Edmaier. Die Schau „vermittelt auch, wie diese Farben entstehen“, ergänzt Karwatzki. Zur Sonderausstellung gibt es ein Rahmenprogramm mit acht Einzelveranstaltungen.

Heute Eröffnung von „Farben der Erde“

Die Ausstellung „Farben der Erde – Fotografien von Bernhard Edmaier“ im Naturkundemuseum, Weibermarkt 4, wird am Mittwoch, 18. Juli, 19 Uhr, eröffnet. Nach der Begrüßung durch Museumsleiterin Dr. Barbara Karwatzki führt die Wissenschaftspublizistin Dr. Angelika Jung-Hüttl, in die Ausstellung mit Fotografien ihres Partners ein. Saskia Koch steuert Improvisationen am Gong bei.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel