Pfullingen Die Fair-Energie steuert weiter

Klare Entscheidung: Die Fair-Energie soll sich um die Pfullinger Straßenbeleuchtung kümmern. Foto: Evelyn Rupprecht
Klare Entscheidung: Die Fair-Energie soll sich um die Pfullinger Straßenbeleuchtung kümmern. Foto: Evelyn Rupprecht
EVELYN RUPPRECHT 10.03.2012
Mit weniger Energieaufwand könnte es dank LED-Beleuchtung künftig nachts in Pfullingen so hell sein wie bisher. Zuständig für die Betriebsführung des Straßenlampen-Netzes ist jetzt wieder die Fair-Energie.

Die Ausschreibung brachte die Erleuchtung: Nachdem der Pfullinger Gemeinderat im Dezember 2010 beschlossen hatte, über den Betrieb der Straßenbeleuchtung neu zu verhandeln - damals war noch nicht sicher, inwieweit sich LED-Licht rentiert -, herrscht jetzt Klarheit. Denn LED-Technik hat sich inzwischen, so zumindest das Fazit der Stadtverwaltung, als ausgereift und alltagstauglich herausgestellt. Ja, man geht sogar von einem Durchhaltevermögen von 50 000 bis 100 000 Betriebsstunden aus - und das bei einem deutlich geringeren Energieaufwand. "LEDs haben keinen Verschleiß durch Wärme, und Dimm-Maßnahmen sind besser auszutarieren", erklärte Stadtbaumeister Karl-Jürgen Oehrle den Mitgliedern des Bauausschusses in ihrer jüngsten Sitzung. Mit geringem Aufwand lasse sich diese Art der Beleuchtung sehr viel besser steuern. Ja, es gebe sogar die Möglichkeit, Straßenlampen so zu schalten, dass sie heller leuchten, oder überhaupt erst angehen, wenn ein Auto auf sie zufährt.

Die Wahl der Beleuchtung scheint also fast entschieden - zuerst aber musste sich der Bauausschuss jetzt für einen Kooperationspartner in Sachen Straßenlicht aussprechen. Denn bis Ende 2009 war die Fair-Energie für die Betriebsführung der Straßenbeleuchtung zuständig. Dann aber lief der Konzessionsvertrag aus - und musste neu verhandelt werden. Zeit für die Pfullinger, zu prüfen, obs ohne Fair-Energie nicht auch geht. Es geht, ist aber deutlich teurer und problematisch, so das Ergebnis der Überprüfung. Denn die 30 Schaltanlagen für das Straßenbeleuchtungsnetz wurden - was bisher so üblich war - in die Trafostationen der Fair-Energie eingebaut. Würde ein anderer Kooperationspartner die Betriebsführung übernehmen, müssten die Schaltanlagen jetzt gleich von den Trafohäuschen getrennt werden, was für die Stadt einen Kostenaufwand von 150 000 Euro bedeuten würde. Außerdem hat auch die Bestandsdatenerfassung der Beleuchtung ein erhebliches Ausmaß erreicht. Ein Planwerk, das die Stadt der Fair-Energie für 200 000 Euro abkaufen müsste. Ein weiterer Vorteil, wenn die Fair-Energie wieder die Betriebsführung übernimmt: Die Leitzentrale ist rund um die Uhr besetzt, die Steuerung geregelt. Angesichts all dieser Argumente ist der Bauausschuss der Empfehlung der Stadt gefolgt: Die Fair-Energie wird rückwirkend zum 1. März mit der Betriebsführung der Straßenbeleuchtung beauftragt - für 63 000 Euro jährlich.

Wies weitergehen soll mit der Ausgestaltung der Straßenbeleuchtung, ob nachts das Licht ausbleibt oder gedimmt wird - darüber soll der Gemeinderat am 20. März befinden. Was die Schaltkästen angeht, hatte der Stadtbaumeister auf Nachfrage der Räte gute Nachrichten. Denn in den Neubaugebieten werden die Schaltkästen nun separat und nicht mehr in den Trafostationen aufgestellt - falls sich Pfullingen bei der Beleuchtung doch mal von der Fair-Energie trennen sollte.