Konzert Die Auferstehung der Poplegenden

Dieter Thomas Kuhn hat einen großen Wurf gelandet mit „Songs from above“.
Dieter Thomas Kuhn hat einen großen Wurf gelandet mit „Songs from above“. © Foto: Jürgen Spieß
Von Jürgen Spieß 07.02.2018

Es ist schon was Besonderes, wenn es gelingt, ausschließlich mit Coversongs ein überschäumendes Happening auszulösen: Unter dem Titel „Songs from above“ trafen sich in einem ehemaligen Autohaus in Tübingen neben Dieter Thomas Kuhn acht Sänger und Musiker, um verstorbenen Poplegenden zu huldigen. Die begeisterten Besucher erlebten in der ungewöhnlichen Location eine unvergessliche Show.

Schlagergott Dieter Thomas Kuhn, Rudie Blazer (Gesang und Gitarre), Rainer Tempel (Piano), Dirk Blümlein (Bass), Winfried Wohlbold (Pedalsteel-Gitarre), Frank Stoeger (Drums), DTKs Freund und Schlagerpartner Philipp Feldtkeller (Gitarre) und die beiden Backgroundsängerinnen Anya Mahnken und Marion Welch haben sich zusammengetan, um den unvergesslichen Toten (und ihren Hits) der Rockgeschichte eine Hommage zu erweisen. Dazu haben Kuhn und Feldtkeller Ende Dezember etwa ein Dutzend originale Kirchenbänke herankarren lassen, hinter der Bühne eine Deko-Nachbildung der Zwiefaltener Barockkapelle aufgehängt sowie Liedanzeigetafeln und einen Predigtstuhl für eine kurze Ansprache von Kuhn-Manager Marc Oßwald installiert.

Dicht gedrängt und voller Vorfreude sitzen und stehen die 400 Gäste in der atmosphärisch umgestalteten Halle, die sich als neue Tübinger Konzert-Location geradezu anbietet. Andächtig hören sie den beiden Moderatoren Kuhn und Blazer beim Geschichtenerzählen zu, um im Anschluss im Gefühl alter Verbundenheit in ihren Lieblingsstücken zu schwelgen. In einem kurzweiligen, gut zweieinhalbstündigen Konzert lassen DTK und seine sechs Mitmusiker die Hits von Künstlern wie David Bowie, Leonard Cohen, George Harrison, Amy Winehouse, Lou Reed, Elvis Presley, Rio Reiser, Jim Morrison, Frank Zappa, Whitney Houston, George Michael, Prince, Tom Petty und anderen wieder auferstehen. Und tatsächlich entwickelt sich dieser Abend zu einer magischen Erinnerungsshow, zu einem Triumph des Bewährten. Als Hauptakteure fungieren dabei die Sänger Kuhn, Blazer und nicht zuletzt die beiden stimmlich ausgezeichneten Backgroundsängerinnen, die sich in unterschiedlicher Weise den Werken der Poplegenden nähern. Während sie sich bei Hits wie „While My Guitar Gently Weeps“ (Beatles), „Purple Rain“ (Prince), „Hallelujah“ (Leonard Cohen) oder „Imagine“ (John Lennon) Hals über Kopf ins Sentimentale stürzen, sorgen Tom Pettys „Won‘t Back Down“, Jim Morrisons „Light My Fire“ und Joe Cockers „With A Little Help From My Friends“ für euphorischen Überschwang. Und was das Schönste ist: Dieter Thomas Kuhn singt zwar in altbekannter Manier, verausgabt sich aber – vor allem in den Duetten mit Rudie Blazer – bis zum Letzten.

Magische Erinnerungsshow

So hat man den Kuhn wahrlich noch nicht erlebt, mit markantem Joe Cocker-Schrei, als charmanter Rat-Pack-Crooner oder als „sexual spastic“ in Zappas „Bobby Brown“. Natürlich sind fast 50 Jahre nach dem Tod von Janis Joplin, Jimi Hendrix und Jim Morrison nicht Sentimentalität, sondern überschäumend gute Laune und kesse Sprüche die Losung des Abends.

Sicher ist, dass diese nostalgische Rockshow mit seinen Gassenhauern das Zeug zur Kult-Veranstaltung hat, die nach weiteren Wiederholungen geradezu schreit. Nicht nur am Ende beim gemeinsam intonierten „Ring of Fire“ ist das Publikum restlos begeistert, weil diese neunköpfige Kapelle viel Spaß verbreitet und eine unvergessliche Show präsentiert.

50

Jahre sind fast vergangen seit dem Tod der Rocklegenden Jimi Hendrix, Janis Joplin oder Jim Morrison. Die Erinnerung an ihre Musik halten auch Künstler aus der Region wach.

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