Kunst gehört in den öffentlichen Raum. Wir freuen uns, dass wir einerseits einer Künstlerin aus der Region eine Ausstellungsfläche bieten und andererseits unsere Besucher mit diesen ausdrucksstarken Bildern überraschen können", so SPD-Landes-Vorsitzender und Landtagsabgeordneter Nils Schmid bei der Ausstellungseröffnung.

Überrascht wurde indes auch Schmid selbst. Die Pfullinger Künstlerin Miriam Madaus-Kuhn enthüllte bei der Vernissage ein Porträt des Finanz- und Wirtschaftsministers. "Das war eine echte Herausforderung", meinte Madaus-Kuhn. Dass Schmid gut getroffen sei, gerade auch in seiner nachdenklichen Pose, war von vielen Besuchern zu hören. Und natürlich ist Rot die dominante Farbe.

Die kräftigen Farben seien nicht zufällig, sondern das Ergebnis einer künstlerischen Entwicklung, erläuterte Dieter Bergers, der in das Werk von Madaus-Kuhn einführte. "Portrait versus Abstrakt", so der Titel der Ausstellung, sei ein Gegensatz, der sich bei der Künstlerin zunehmend auflöse. Während sich frühe Porträts offenbar stärker an den Vorlagen orientierten, explodierten die abstrakten Bilder regelrecht in Farbe. Er ermunterte Madaus-Kuhn, die inneren Impulse, die offenbar ihre abstrakten Bilder prägen, auch stärker in die Porträts einfließen zu lassen: "Folgen Sie Ihrer Amygdala", scherzte der Psychologe in Anspielung auf den Teil des menschlichen Gehirns, welches äußere Reize emotional bewertet und körperliche Reaktionen auslöst.

Madaus-Kuhn stammt aus der Region und lebt mit ihrer Familie in Pfullingen, wo sie auch eine Malschule betreibt. Sie ist Dozentin an der VHS in Pfullingen und Reutlingen. Die Vernissage wurde musikalisch bereichert durch ihren Bruder Simon Madaus und dessen Band.

"Portrait versus Abstrakt"