Reutlingen Der Technologiepark Tübingen-Reutlingen wächst weiter

Vor dem TTR-Neubau (von links): Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz, Dr. Karl Epple, Vorstandsmitglied der L-Bank, TTR-Geschäftsführer Thomas Dephoff, Christian Brand, Vorstandsvorsitzender der L-Bank, und Architekt Wolfgang Riehle. Foto: Jan Zawadil
Vor dem TTR-Neubau (von links): Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz, Dr. Karl Epple, Vorstandsmitglied der L-Bank, TTR-Geschäftsführer Thomas Dephoff, Christian Brand, Vorstandsvorsitzender der L-Bank, und Architekt Wolfgang Riehle. Foto: Jan Zawadil
JAN ZAWADIL 05.10.2012
Der Technologiepark Tübingen-Reutlingen (TTR) wächst weiter: Mit dem dritten Gebäude sind weitere 8,5 Millionen Euro investiert worden. Ergebnis: 6000 Quadratmeter für anwenderorientierte Wissenschaft.

"Das dritte Gebäude ist ein doppeltes Bekenntnis: Zur Region und zu ihrer innovativen Zukunft sowie zur Gesellschaft, die sich zum Wandel bekennt", erklärte der baden-württembergische Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid gestern im Technologiepark Tübingen-Reutlingen.

Was da gestern Nachmittag so überschwänglich gelobt wurde, ist aber nicht nur ein Gebäude, sondern das dritte im Bunde in der Gerhard-Kindler-Straße. Es soll auch Region und Land weiter voranbringen. Denn wie Schmid bei der Einweihungsfeier weiter meinte, könne nur mit neuer und nicht weniger Technologie der durch Klimaveränderung oder veränderter Wirtschaftslage hervorgerufene Wandel bewältigt werden. Dementsprechend könne laut Schmid eines nicht passieren: "Wir werden nie aufhören, besser zu werden." Schon allein deshalb, weil es im Land nicht nur immer wieder Menschen gegeben habe, die sich nach oben getüftelt hätten, sondern gleichzeitig bereit gewesen seien, weiter zu denken.

Wie positiv sich die Investition von insgesamt 8,5 Millionen Euro ins dritte Gebäude im TTR für die Region Neckar-Alb auswirken, verdeutlichte der Minister ebenfalls. Denn: "Die Region lebt von Innovation, Forschung und Entwicklung." Wobei es besonders wichtig sei, dass das, was an den Universitäten und Hochschulen gelehrt und erarbeitet werde, auch den Weg in Start-up-Unternehmen finde. Und da sei der Technologiepark Tübingen-Reutlingen einerseits Herzstück für die Innovationspolitik und andererseits auch Startrampe. Dennoch ist der TTR nicht die einzige Wissens- und Entwicklungsschmiede ihrer Art im Land.

Der für Reutlingen-Tübingen verantwortlich zeichnende Hauptinvestor, die L-Bank, ist mit vergleichbaren Projekten auch in Karlsruhe und Stuttgart vertreten. Dennoch: "Der TTR ist das jüngste Vorhaben", sagte Vorstandsvorsitzender Christian Brand. Für ihn hat der in Mark West gelegene Park darüber hinaus einen Vorteil. Denn die Lage könne wenige Kilometer von der geografischen Mitte Baden-Württembergs entfernt und in der Nähe der Hochschule Reutlingen sowie der Uni Tübingen sowie mit dem damit verbundenen regen Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft kaum besser sein.

Mit der jetzigen Fertigstellung stehen nun 32 000 Quadratmeter an beiden Standorten zur Verfügung. Das entspricht laut Brand nicht nur fünf Fußballfeldern, sondern habe mit 60 Unternehmen auch Arbeitsplätze für rund 750 Beschäftigte geschaffen.

Darüber hinaus wurde mit dem Standort eine interkommunale Zusammenarbeit zwischen Reutlingen und Kusterdingen geschaffen, wie Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz nochmals betonte. Zudem seien die Städte Tübingen und Reutlingen mit dem gemeinsamen Interesse, Technologiegebäude für Existenzgründer und Jungunternehmer in zukunftsweisenden Branchen zur Verfügung zu stellen, enger zusammengerückt.

Der TTR auf einen Blick

Der TTR verfügt insgesamt an seinen zwei Standorten in der Gerhard-Kindler-Straße sowie in Tübingen auf dem Gelände "Obere Viehweide" über sieben Hektar Fläche. In Reutlingen ist der Grundstein für das erste Haus vor zehn Jahren gelegt worden. Nach dem zweiten Gebäude sowie dessen Fertigstellung im Jahr 2009 habe sich dennoch bald die Frage nach einem weiteren Haus gestellt.