Rathaussturm Der Schultes als Bademeister

„Wassergymnastik“ für den von Narren entmachteten Schultes Peter Nußbaum im etwas groß geratenen Badeanzug.
„Wassergymnastik“ für den von Narren entmachteten Schultes Peter Nußbaum im etwas groß geratenen Badeanzug. © Foto: Jürgen Herdin
Lichtenstein / Jürgen Herdin 24.02.2017

Er hat es wohl kommen sehen: Als Ordnungshüter in US-Uniform hatte Bürgermeister Peter Nußbaum am Donnerstag nur einen kurzen Auftritt. Sogleich nahm ihn am „Schmotziga“ eine 150-köpfige Narrenschar in Beschlag.  Der Schultes verlor  zunächst seine Krawatte.

Doch dann sollte Nußbaum vor der Narrenzunft Krautscheißer, mit Katja Thomas und Stephan Blötscher als Zeremonienmeister, dafür büßen, dass im Sommer Badehungrige zeitweilig nach Pfullingen ausweichen mussten.  „Frostbeulen am Hintern“ wegen kalten Wassers in Honau –  und der Bademeister war auch noch weg, so Zunftmeisterin Katja Thomas in ihrer „Anklageschrift“. Oh, ja, welch ein Skandälchen, da nickten die anwesenden Krautscheißer, Kochhäfen, Burgstoihexa samt Schlosswölfen und den Wurzelseppen. Die hatten schon kurz vor neun Uhr ihre Hütten auf dem Rathausplatz in Unterhausen aufgeschlagen, um gleich darauf den Bürgermeister und dessen Bedienstete aus dem Rathaus zu entführen.

Für Letztere war’s aber wohl eine Befreiung, denn vom Hauptamtsleiter Steffen Sautter bis hin zu Irmgard Liersch, der Chefsekretärin des Schultes, waren alle in Gefängnis-Anstaltskleidung gekommen. „Burgstoi…-Hexa“ und die anderen Schlachtrufe ertönten, als der vorübergehend entmachtete Verwaltungschef in ein voluminöses Badegewand im Stil eines Sumo-Ringers gesteckt wurde.

Der sogar zu Tanzgymnastik „Verurteilte“ machte gute Miene zum wahrlich lustigen Spiel. Flankiert wurde er dabei von den Lichtensteiner Bademeisterinnen Bärbel Braconnier und Wiebke Fischer, die es leichter hatten, ihre Arme zu recken, steckten sie doch nicht in einer Zwangsjacke. Freude hatte die närrische Gesellschaft dann auch, als Nußbaum eine gut 50 Meter lange Polonäse anführte, die sich gleich viermal ihren Weg durch das Publikum bahnte.

Mit Schnorchel und Badekappe zusätzlich belastet hatte der Rathauschef am Donnerstag die Chance, in Form einer „Sonderausbildung“ sein Seepferdchen-Abzeichen zu machen.

Doch damit alles auch seine närrische Ordnung hatte, übergab Nußbaum am Ende seines „Martyriums“ im Speckmantel den Rathausschlüssel an Katja Thomas. Die Gruppen durften sich dort an Essen und Getränken bedienen. Denn auch der Bürgermeister war in Anlehnung an einen blondierten Pudel aus Amerika zur Einsicht und Überzeugung gekommen: „Narretei first“ soll er getwittert bekommen haben.

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