Reutlingen Der Radweg kommt

Ab der Einmündung der Lerchenstraße wird stadtauswärts, angrenzend an den Gehweg, ein etwa 650 Meter langer und 2,50 Meter breiter Radweg in Richtung Hohbuchknoten gebaut. Im Gegenzug fällt eine Fahrspur in Richtung Tübingen weg.
Ab der Einmündung der Lerchenstraße wird stadtauswärts, angrenzend an den Gehweg, ein etwa 650 Meter langer und 2,50 Meter breiter Radweg in Richtung Hohbuchknoten gebaut. Im Gegenzug fällt eine Fahrspur in Richtung Tübingen weg. © Foto: Ralph Bausinger
Reutlingen / Von Ralph Bausinger 09.11.2018

Es ist ein weiteres Mosaiksteinchen, um die Stickstoffdioxidbelastung zu senken und damit letztendlich Fahrverbote zu vermeiden. Am Dienstag, 13. November, um 8.30 Uhr und damit nach dem Ende der Hauptverkehrszeit, beginnen die Arbeiten in der Konrad-Adenauer-Straße. Der Auto- und LKW-Verkehr, der in Richtung Tübingen unterwegs ist, verliert eine Fahrspur, dafür gibt es einen zusätzlichen Radweg, direkt neben dem Gehweg, der vom Hohbuchknoten in Richtung Stadtmitte verläuft. Das Verkehrsaufkommen in der Vergangenheit habe gezeigt, dass mit einer Fahrspur stadtauswärts ausreichend Kapazität vorhanden sei. Stadteinwärts wird es weiterhin zwei Fahrspuren geben. Das Bauvorhaben ist Teil der vierten Fortschreibung des Luftreinhalteplans und muss noch in diesem Jahr umgesetzt werden.

Geänderte Verkehrsführung

Die Anlieger, die diesmal von  der Stadt rechtzeitig informiert worden sind, müssten sich wie auch die übrigen Verkehrsteilnehmer auf Umleitungen und Verkehrsbehinderungen einstellen, erläutert Arno Valin, Leiter des Amtes für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt im Pressegespräch. In stadtauswärtiger Richtung wird der Verkehr  ab Dienstagmorgen komplett aus der Adenauer-Straße herausgenommen. Die Autofahrer, die aus Richtung Pfullingen kommen, werden am Knoten Tübinger Tor nach links über die Alteburg- und Gustav-Schwab-Straße zum Hohbuchknoten geleitet.

Die aus Richtung Metzingen kommenden Verkehrsteilnehmer  werden am Wandelknoten über die Gutenbergstraße und Tübinger Straße auf die B 28 geführt. Die Zufahrt zur Lerchenstraße ist nur aus Richtung Tübingen, eine Abfahrt nur in Richtung Stadtmitte möglich. Die Gustav-Werner-Straße und die Esso-Tankstelle können weiterhin über die Adenauer-Straße angefahren werden, die Abfahrt erfolgt über die Gustav-Werner-Straße.

Der Verkehr in Richtung Stadtmitte wird weiter über die Adenauer-Straße geführt – zunächst zweispurig, ab Dienstagabend  oder Mittwochmorgen einspurig. Bei letzterem Fall rechnet die Stadtverwaltung mit großen Behinderungen und langen Rückstaus in den Hauptverkehrszeiten. Aber auch, was den Verkehrsfluss in Richtung Tübingen  betrifft, sollten sich die Autofahrer in den Rush Hours auf Behinderungen einstellen und mehr Zeit einplanen, empfiehlt Valin. „Wir wollen dafür bei den Verkehrsteilnehmern um Verständnis werben“, ergänzt Baubürgermeisterin Ulrike Hotz.

Um den rund 650 Meter langen Radweg von den verbleibenden Fahrspuren abzutrennen, werden zusätzlich zu einem Sicherheitsabstand von 50 Zentimeter neun Zentimeter hohe Leitschwellen eingebaut, erläutert Ordnungsamtsleiter Albert Keppler. Die Kosten betragen rund 110 000 Euro.

Die Stadtverwaltung hat sich einen ehrgeizigen Zeitplan für das Projekt vorgenommen. „Wenn die Witterung mitspielt, soll die ganze Maßnahme nach fünf Tagen abgeschlossen sein“, betont Valin. Die jetzt gefundene Lösung bietet mittelfristig die Möglichkeit, auf dem etwas auf über vier Meter breiten Gehweg eine, wie Valin in der Vorlage in schönstem Beamtendeutsch schreibt, „qualitative Aufwertung der Stadteingangssituation zu schaffen“. Die Verwaltung werde ein Gestaltungskonzept unter anderem mit Bäumen erarbeiten und dem Gemeinderat vorstellen. Allerdings mache es jetzt, so der Tiefbauamtsleiter, „keinen Sinn, den vor zwei Jahren neu gemachten Belag wieder aufzureißen.“

NOx-Messwerte in der Achalmstadt

Nach den ersten zehn Monaten des Jahres liegt der in der Lederstraße gemessene Tagesmittelwert für Stickstoffdioxide (NO2) bei 53,7 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Der Juli stellte mit 64,1 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft einen richtigen Ausreißer nach oben dar. Warum es dazu kam, ist nach wie vor unklar. Zum Vergleich: 2016 waren es noch 66 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft gewesen, erlaubt sind 40 Mikrogramm NO2.

Über so genannte Passivsammler misst seit 1. Juli die Müller BBM GmbH an insgesamt 33 Stellen im gesamten Stadtgebiet die Belastung durch Stickstoffdioxid. Die Ergebnisse für die ersten drei Monate liegen jetzt der Stadtverwaltung vor: Nur in der Lederstraße (66 Mikrogramm/Kubikmeter Luft) und in der Konrad-Adenauer-Straße (47) wird der zulässige Grenzwert im Monatsmittel überschritten, an allen anderen Messstellen liegen die Werte deutlich darunter.

Zur Anfrage des WiR-Stadrats Prof. Jürgen Straub, warum die NOx-Werte vor allem in den Abendstunden zulegten, liegt der Stadt nach Auskunft von Bürgermeisterin Ulrike Hotz noch keine Antwort von Seiten des Regierungspräsidiums und des Landesamtes für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) vor. rab

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