Reutlingen Der Mann mit der guten Laune

Gruppenbild mit Familie (von rechts): Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, Bürgermeister Robert Hahn, seine Frau Franziska und seine Kinder Friderike und Johannes. Foto: Bernd Haase
Gruppenbild mit Familie (von rechts): Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, Bürgermeister Robert Hahn, seine Frau Franziska und seine Kinder Friderike und Johannes. Foto: Bernd Haase
BERND HAASE 10.03.2012
Vor großem Publikum aus Verwaltung, Politik und Gesellschaft ist Hahn am Donnerstag in seine zweite Amtszeit gestartet. Allseits gab es Lob für seine ausgleichende, diplomatische und fröhliche Art.

Ganz kurz habe er an einen Gehaltsverzicht gedacht, als Andreas vom Scheidt über die Schönheit Reutlingens referierte und wie dankbar man sein darf, hier Bürgermeister zu sein. Aber so weit geht Robert Hahns Liebe zu seiner Wahlheimat dann doch nicht. Auch in seiner zweiten Amtszeit als Beigeordneter für den Geschäftskreis "Allgemeine Verwaltung" - oder schlicht Sozialbürgermeister - wird er ein Beamtengehalt bekommen.

Dabei hatte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende vom Scheidt alle Mühe gegeben, Hahn die Einsetzung in seine zweite Amtszeit zu versüßen. Bodenständig, loyal, hilfsbereit sei Hahn. Dazu kompetent, engagiert, ausgleichend und üblicherweise wohlgelaunt. Aber Reutlingen sei ja, wie eingangs geschildert, eine sehr lebenswerte Stadt. In jedem Fall: "Ich biete Ihnen die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat an", so vom Scheidt. Und mehr: "Auch die 15 Mitglieder des Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschusses werden ein Quell der Freude für sie sein."

Bei allem Lob, es gab auch Handfestes zu sagen bei der Amtseinsetzung - Hahn war am 13. Dezember vom Gemeinderat mit überwältigender Mehrheit für eine zweite Amtszeit gewählt worden. Seine Vorgesetzte, Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, bescheinigte ihm und seinem Team die Bewältigung einer "Mammutaufgabe" in Sachen Kinderkrippen. Hier sei die Stadt "mitten im Ausbau und das in raschem Tempo". Auch lobte sie ihn für die Kulturkonzeption, für das Sportentwicklungs- und das Integrationskonzept, vor allem aber für sein "diplomatisches Geschick", mit dem er bereits in seiner ersten Amtszeit viel Gutes bewirkt habe.

Künftig werde Hahn vom Personalmanagement mehr gefordert werden als in der Vergangenheit, so Bosch. "Die demografische Entwicklung, der Wettbewerb mit anderen Arbeitgebern und die wachsenden Anforderungen machen verstärkte Bemühungen notwendig." Die wird es auch bei den Schulen geben müssen: mit G8 und G9 parallel, Gemeinschaftsschule, Ganztagesbetreuung, nannte Bosch die kommenden Mammutaufgaben.

Der Personalratsvorsitzende Friedhelm Wolfrat lobte Hahn als "verlässlichen Partner", als glaubwürdig und vertrauensvoll, nutzte die Gelegenheit aber auch für Forderungen. "Die Beschäftigten wollen wissen, wie das Ziel aussieht und wofür sie arbeiten", notwendig sei "nachhaltige Transparenz" und außerdem eine Mitarbeiterbefragung mit einer Vorgesetztenbeurteilung.

Als Antwort darauf benannte Hahn seine Vision schlicht mit der Sorge um das Gemeinwohl, machte aber auch klar, dass Fortschritt "nicht das Resultat einer großen Tat" sei, "sondern das Ergebnis vieler kleiner Schritte".

In jedem Fall versprach er, bei den vor ihm liegenden "Herkulesaufgaben" seine gute Laune behalten zu wollen und andere so mitzureißen: "Daran arbeite ich jeden Tag."