Mobilfunk Der alte Standort ist auch der neue

Die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH hat einen 30 Meter hohen Behelfsmast bei der Villa Wandel aufgestellt. Die Antennenanlage kehrt auf das Dach des IHK-Neubaus in der Hindenburgstraße nach dessen Fertigstellung zurück.
Die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH hat einen 30 Meter hohen Behelfsmast bei der Villa Wandel aufgestellt. Die Antennenanlage kehrt auf das Dach des IHK-Neubaus in der Hindenburgstraße nach dessen Fertigstellung zurück. © Foto: Ralph Bausinger
Reutlingen / Von Ralph Bausinger 23.07.2018

Das Grundstück „Maximilianstraße 7“ ist als Standort für einen Mobilfunkanlage vom Tisch. Stattdessen kehren Träger und  Antennenanlage spätestens in zwei Jahren wieder an ihren früheren Standort, auf das Dach des Neubaus der Industrie- und Handelskammer zurück, wie gestern Ottmar Hahr, Leiter des Bürgerbüros Bauen, in einem Pressegespräch berichtete. Bis dahin übernimmt ein 30 Meter hoher, provisorischer Funksendemast, den die Telekom-Tochter Deutsche Funkturm GmbH neben der Villa Wandel errichtet hat, vorerst die Aufgabe. Die Genehmigung der Stadt für den Masten hat eine Laufzeit von zwei Jahren.

Bedenken von Beginn an

„Wir haben von Anfang an Bedenken gegen den Standort Maximilianstraße geäußert“, betonte Hahr gestern. Ihn habe der Protest nicht überrascht. Die Stadtverwaltung habe auch gegenüber der Deutschen Funkturm von Anfang an deutlich gemacht, dass sie den Bauantrag für einen 27,5 Meter hohen Schleuderbetonmasten nicht genehmigen werde, unterstrich Hahr.

Auf der Gegenseite wies die Deutsche Funkturm daraufhin, dass sie eine Baugenehmigung nur dann benötige, wenn der Mast zehn Meter über Dach oder höher werde. Dazu kommt, dass die Telekom eine Vermittlungsstelle in der Maximilianstraße 7 unterhält, sie also auf dem Grundstück keine Miete zahlen müsste.

Den Durchbruch brachten schließlich Gespräche zwischen Vertretern von Stadt, Deutscher Funkturm, Industrie und Handelskammer sowie der Handwerkskammer. „Die Gespräche haben emotional begonnen, aber sachlich geendet“, berichtet Hahr. Für das Dach des IHK-Neubaus hätten, so der Leiter des Bürgerbüros Bauen, mehrere, objektive Punkte gesprochen. Da sei einmal die sehr gute funktechnische Eignung des Standorts, hinzu komme, dass die Anlage im Misch- und nicht in einem Wohngebiet liege. Da die Trägerkonstruktion auf einem bereits zwölf Meter hohen Dach aufgestellt werde, reiche eine Masthöhe zwischen zwölf und 13 Metern. Zudem fielen, wie Hahr betonte, die Sicherheitsabstände zur angrenzenden Wohnbebauung deutlich größer als in der Maximilianstraße aus.

Diese Entscheidung wird, hoffen die Verantwortlichen der Stadt, auch die Bürger beruhigen, die über 700 Unterschriften gegen den Standort mitten im Wohngebiet gewandt haben.

Die Deutsche Funkturm lässt den Bauantrag für die Maximlianstraße 7 vorerst ruhen. Zurückgezogen wird er allerdings erst, wenn die Anlage auf dem IHK-Neubau genehmigt ist. Zum Bauantrag, der voraussichtlich im Herbst gestellt wird, wird es eine öffentliche Information im Bauausschuss geben. Wenn die Anlage einmal in Betrieb ist, wird ein unabhängiger Sachverständiger, das hat die Deutsche Funkturm zugesagt, die Werte messen.

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Mobilfunkmasten gibt es im Stadtgebiet  inklusive der Stadtteile. In den vergangenen zehn Jahren sind kaum neue Masten hinzugekommen, allerdings wurde die Technik aufgerüstet.

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