Pfullingen Den Raum Reutlingen arrondieren

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RALPH BAUSINGER 29.01.2015
Mit der Übernahme gibt die bhg-Autohandelsgesellschaft dem Autohaus Schänzlin wieder eine Perspektive. Wir sprachen mit bhg-Geschäftsführer Alexander Kramer, welche Erwartungen er daran knüpft.

Die bhg Autohandelsgesellschaft übernimmt, wie bereits berichtet, zum 1. April das Autohaus Schänzlin in Pfullingen. Für die Gesellschaft, die bereits vor dreieinhalb Jahren, im Juli 2011, den Reutlinger Autohändler Max Moritz im Industriegebiet West erworben hatte, ist dies eine gute Gelegenheit, ihr Geschäftsgebiet zu arrondieren, wie bhg-Geschäftsführer Alexander Kramer sagte. „Wir können damit ganz Reutlingen bedienen, inklusive des Pfullinger Wirtschaftsraums“ mit Eningen und Lichtenstein.

Daneben setzt die Horber Gesellschaft auch auf Synergieeffekte – sei es bei Neu- und Gebrauchtwagen wie auch bei Teilen. „Wir können Kunden aus 1500 Autos wählen lassen“, sagt Kramer. So könne ein Pfullinger Verkäufer auch ein Auto aus Albstadt veräußern. Kramer hofft, dass möglichst viele der 25 Schänzlin-Mitarbeiter – unter ihnen vier Auszubildende – das bhg-Angebot annehmen und weitermachen. „Ein Autohaus ohne Mitarbeiter bringt uns nichts.“ Die bereits ausgesprochenen Kündigungen sind inzwischen zurückgenommen.

Das Autohaus Schänzlin, 1926 von Fritz Schänzlin gegründet, verkaufte im vergangenen Jahr rund 150 Neu- sowie 250 Gebrauchtwagen und erwirtschaftete damit einen Umsatz von 7,3 Mio. Euro. Peter Kurr, der das Autohaus seit 1988 als Geschäftsführer leitet, wollte das Geschäft zum 30. April schließen, nachdem ihm Volkswagen signalisiert hatte, dass das Gebäude nicht mehr den Anforderungen des Konzerns entspreche. Ein Neubau hätte sich nur dann gelohnt, wenn mehr als doppelt so viele Neu- und Gebrauchtwagen wie im vergangenen Jahr verkauft worden wären.

An einen Neubau ist auch von bhg-Seite, wie Kramer ausführte, nicht gedacht: „Dafür ist der Markt Pfullingen zu klein.“ Allerdings soll das Gebäude modernisiert werden. Peter Kurr selbst wird sich zum 1. April zu Kramers Bedauern aus dem Geschäft zurückziehen: „Wir hätten ihn gerne behalten“.