Am 13. Mai soll mit einer „Demokratie-Konferenz“ der Startschuss zur lokalen „Partnerschaft für Demokratie“ fallen. Die Stadt Reutlingen gehört seit diesem Jahr zum Bundesprogramm „Demokratie leben“ und will zusammen mit Stadtjugendring und zahlreichen Aktiven dadurch einiges bewegen. „Partnerschaft für Demokratie“ heißt die lokale Umsetzung. 100 000 Euro fließen dafür in diesem Jahr von Berlin nach Reutlingen, eine Fortsetzung des Programms im kommenden Jahr ist nicht ausgeschlossen.

Diese „Partnerschaft für Demokratie“ besteht aus einer 50-Prozent-Stelle, die die Stadt aus der eigenen Tasche finanziert, aus einer weiteren 50-Prozent-Stelle, angesiedelt beim Kooperationspartner Stadtjugendring Reutlingen, aus einem Begleitausschuss und einem Jugendausschuss. 300 Städte nehmen bundesweit an diesem Programm teil, 28 Kommunen und Landkreise sind es im Land Baden-Württemberg.

Konkret gehe es darum, Projekte „gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ zu initiieren und mit dem zur Verfügung gestellten Geld zu fördern, erläuterten Sultan Braun und Katharina Kühnle vom Amt für Integration und Gleichstellung dem Verwaltungs-, Kultur- und Sozialausschuss die Pläne. Kühnle ist mit einer halben Stelle speziell für die Umsetzung des Bundesprogramms beauftragt. Vonseiten des Stadtjugendrings ist Hatice Avci Ansprechpartnerin mit ebenfalls einer halben Koordinierungs- und Fachstelle.

Die Reutlinger Akteure wollen den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, erläuterten Braun und Kühnle bei ihrer Vorstellung. Vereine, Institutionen, Gruppierungen und Einzelaktionen werden dabei unterstützt, sich für ein „vielfältiges, gewaltfreies Reutlingen“ einzusetzen.

Wer in Reutlingen letztlich mit seinen Ideen und Programmen überzeugt und damit finanziell gefördert wird, steht noch nicht fest, dies entscheidet der Begleit­ausschuss, der aus städtischen Mitarbeitern, Vertretern der Polizei, des Jugendgemeinderats, des Integrationsrates und weiteren Personen besteht. 40 000 Euro liegen dafür in Fonds bereit. „Wir haben bereits jetzt sehr viele Anträge bekommen“, sagen Braun und Kühnle. Diese seien vor allem im Bereich benachteiligter Jugendlicher angesiedelt. Mehr wollen sie allerdings noch nicht verraten.

Bürgermeister Robert Hahn betonte im Ausschuss: „Es ist uns wichtig, Demokratie in Reutlingen voranzubringen.“ Laut einer Aufstellung der Reutlinger Verantwortlichen sollen Projekte aus den Bereichen Vielfalt und Diversity, Islamfeindlichkeit, Flucht und Asyl, Interreligiöser Dialog und vieles mehr berücksichtigt werden.

Die „Partnerschaft für Demokratie“ könnte eine Dauereinrichtung in Reutlingen werden. Bereits im Sommer wollen Stadt und Stadtjugendring eine Folgeantrag an das Bundesfamilienministerium für weitere Zuschüsse stellen und so die Projektarbeit vorantreiben.

Landtagspräsidentin Muhterem Aras zu Gast


Mit 115,5 Millionen Euro fördert das Bundesfamilienministerium unter Ministerin Franziska Giffey das Bundesprogramm „Demokratie leben!“. Es fördert deutschlandweit Projekte, „die sich für ein vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander einsetzen“, wie es in der Ausschreibung heißt.

Am Montag, 13. Mai, findet der offizielle Auftakt des Bundesprogramms „Partnerschaft für Demokratie“ in Reutlingen statt. Ab 18 Uhr sind im Theater Tonne die Landtagspräsidentin Baden-Württemberg Muhterem Aras sowie Oberbürgermeister Thomas Keck zu gast. Gespielt wird zudem ein Ausschnitt aus „Liebe dann den nächsten“.