Reutlingen Das Wissen macht’s

Den Blick auf die Jubiläumsbroschüre richten (von rechts) die Leiterin des Regionalbüros des Netzwerks für berufliche Fortbildung, Petra Kriegeskorte, Netzwerk-Vorsitzender Dr. Ulrich Bausch und die Tübinger Notärztin und Ärztliche Leiterin des DRK-Bezirks Dr. Lisa Federle, die auf dem zweiten Bildungsweg ihren beispielhaften beruflichen Aufstieg schaffte.
Den Blick auf die Jubiläumsbroschüre richten (von rechts) die Leiterin des Regionalbüros des Netzwerks für berufliche Fortbildung, Petra Kriegeskorte, Netzwerk-Vorsitzender Dr. Ulrich Bausch und die Tübinger Notärztin und Ärztliche Leiterin des DRK-Bezirks Dr. Lisa Federle, die auf dem zweiten Bildungsweg ihren beispielhaften beruflichen Aufstieg schaffte. © Foto: Peter U. Bussmann
Von Peter U. Bussmann 07.06.2018

Wer Lisa Federle heute erlebt, ahnt nichts über ihren früheren  Werdegang. Die 56-jährige Medizinerin, geschiedene Mutter von vier Kindern, ist Rettungs- und Notfallärztin mit Leib und Seele, mit Notfallpraxis für Flüchtlinge und eigener Privatpraxis, ist Ärztliche Leiterin des DRK-Bezirks in ihrer Heimatstadt Tübingen, ist seit 2009 Gemeinde- und Kreisrätin als Stimmenkönigin der CDU und unterlag 2011 nur mit 21 Stimmen Klaus Tappeser als Landtagskandidatin.

Gestern bei der Vorstellung der Jubiläumsbroschüre des Netzwerks berufliche Fortbildung in der Reutlinger VHS trat die Erfolgreiche als Protagonistin des zweiten Bildungswegs auf, die sich „schon frühzeitig persönlich mit der Aus- und Weiterbildung befasst hat“, erläuterte Duz-Freund Dr. Ulrich Bausch. Der VHS-Chef ist seit 20 Jahren Vorsitzender des Netzwerks Fortbildung in den Kreisen Reutlingen-Tübingen. Federle wollte schon mit neun Jahren Ärztin werden, erzählte sie, doch der frühe Tod des Vaters und die Geburt des ersten Kindes vereitelten den direkten Berufsweg – in der Neunten musste sie das Gymnasium ohne Abschluss verlassen.

Mit 19 erst machte sie an der VHS Tübingen den Hauptschluss, besuchte dann, während sie in der Traditionskneipe Boulanger jobbte, das Abendgymnasium in Reutlingen, wo sie mit 30 Jahren Abi machte. Dann erst konnte sich die mehrfache Mutter ins Regelstudium der Medizin an der Uni Tübingen werfen. In ihrem Metier hat sich mit viel Einsatz hochgearbeitet. Anekdote am Rande: Bei der Bewerbung als Anästhesistin bekam sie trotz ihres Alters den Zuschlag. Ihr Chef, ebenfalls Abendgymnasiast, schätzte den „Ehrgeiz und Biss“, den Absolventen des Bildungsumwegs in der Regel an den Tag legen.

Federle sagt heute zu jungen, unentschlossenen Leuten: „Wer keine Schule zuende gemacht hat und seinen Traum nicht verwirklicht hat, ist frustiert in seinem Leben.“ Und für jedes Alter gelte: „Nur wer sich weiter entwickelt in jedem Bereich, ist glücklich in seinem Leben.“

Dafür ist die Region Neckar-Alb überdurchschnittlich gut ausgestattet. Falsch ist für Bausch die Annahme, „für mich gibt es keine Chancen und kein Geld“ – „informiert Euch, es ist unglaublich, welche Möglichkeiten es gibt“, macht er deutlich.

Den besten Überblick bietet die Jubiläumsbroschüre der „Qualitätsgemeinschaft“ von 39 Anbietern, die in einer Rekordauflage von 180 000 Stück erschienen ist. Kein Netzwerk hat mehr aufgelegt. Auf 44 Seiten sind an die 800 Kurse für Weiterbildung aufgeführt. Seit 15 Jahren gibt es dazu die Regionalbüros als Ansprechpartner, erläuterte Petra Kriegeskorte, Leiterin des Büros im Betzinger Bildungszentrum.

Infos und Termine zum Netzwerk Fortbildung

Am Dienstag, 19. Juni, 10 bis 16 Uhr, findet im Matthäus-Alber-Haus Reutlingen ein offener Infotag rund um die berufliche Weiterbildung unter dem Titel „Berufswege! 2018“ statt.
Am Donnerstag, 21. Juni, findet im Rathaus Metzingen von 12 bis 15 Uhr die Veranstaltung „Beruflich wegweisend“ statt mit Expertengespräch, trägerneutraler und branchenübergreifender Beratung zu Fragen rund um die berufliche Weiterbildung.
Alle Veranstaltungen finden sich unter www.fortbildung-bw.de.

Das Regionalbüro Neckar-Alb im Bildungszentrum Betzingen, Im Wasen 10, ist unter (07121) 955357 oder neckaralb@regionalbuero-bw.de zu erreichen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel