Reutlingen / Jürgen Spieß  Uhr

Am Samstag war es wieder soweit: Da trafen sich insgesamt 32 Mannschaften auf dem Gelände der SG Reutlingen, um beim dritten „Respekt“-Fußballturnier den beliebten Wanderpokal auszuspielen. Das Projekt unter dem Motto „Kein Platz für Rassismus“ wurde erneut in Kooperation von IG Metall, Integrationsrat und der SG Reutlingen organisiert. Die Siegerehrung übernahm Oberbürgermeister Thomas Keck.

 Nicht nur in der Bundesliga, auch bei den Fußballclubs auf Kreis- und Lokalebene ist es bekanntlich längst Brauch, dass ausländische Spieler erfolgreich spielen und ein Teil der Mannschaft sind. Umso irritierender mutet der Fall an, der sich im Vorfeld des alle zwei Jahre ausgetragenen „Respekt“-Turniers zugetragen hat. Da wurde eine Studentin, die sich ehrenamtlich im Organisationsteam des Turniers engagiert, über Facebook von einem anonymen Nutzer auf die übelste Weise beleidigt und bedroht. Grund dafür war offensichtlich die Tatsache, dass bei dem traditionell international ausgerichteten Fußballfest auch mehrere Flüchtlingsmannschaften mitkicken.

Auf Nachfrage bezog Aleksandra Vesenjak am Turniertag klar Position zu dem Vorfall: „Es ist uns wichtig, Stellung gegen rechten Hass zu beziehen und das öffentlich zu machen“, so die Mitorganisatorin des Turniers.

Nach Beleidigung Strafanzeige erstattet

Respekt stehe auch für respektvollen Umgang miteinander und „wir wollen uns bei diesem Fußballfest darauf konzentrieren, was uns verbindet und nicht, was uns spaltet“, sagte Vesanjak weiter. Anfeindungen dieser Art lasse sich das Organisationsteam nicht gefallen. Deshalb habe man auch Strafanzeige bei der Polizei erstattet.

Auf die Stimmung und die friedliche Botschaft des Turniers hatte dieser Vorfall zum Glück keinen Einfluss: Bei schönstem Fußballwetter trafen ein Team aus Roanne, Reutlinger Studenten aus Bouaké, 17 Betriebs-, sechs Hobby- und fünf Flüchtlingsmannschaften, zwei politische Kickteams von den Grünen und der SPD sowie eine interreligiöse Mannschaft aufeinander. Nicht zu vergessen der von Wolfgang Gattiker moderierte Prominentenkick, bei dem das Team „Bunte Republik Vielfalt“ von Mitorganisator Harry Mischke gegen Hagen Klucks „Mittelstandsmannschaft“ antrat.

Ab neun Uhr morgens ging es auf dem Kunstrasenplatz in Rommelsbach zur Sache. Trotz der schwülheißen Temperaturen legten sich Mannschaften wie „Jesus lebt“ oder „Kion“ mächtig ins Zeug, halfen sich aber auch gegenseitig aus, wenn eine Mannschaft zu wenig Spieler stellen konnte.

Respekt-Turnier Reutlingen Ein Zeichen setzen gegen Rassismus

Überhaupt war die Durchmischung der Mannschaften Prinzip: So spielten bei den Flüchtlingsteams nicht nur Flüchtlinge und bei den Betriebsmannschaften waren auch zahlreiche Migranten dabei: „Dieses Turnier zeigt, dass Vielfalt und Integration in Reutlingen funktioniert“, freute sich Aleksandra Vesenjak über das gelungene und friedliche Miteinander.

Ein umfangreiches Kinder- und Rahmenprogramm mit Hüpfburg, orientalischem Tanz, Ballonknoter, und dem bekannten Ballkünstler und Freestyler Patrick Bäurer umrahmte das Fußballturnier – und natürlich war auch der Integrationsrat mit einem Stand vertreten. Gegen 18 Uhr endete das integrative Fußballfest mit der Siegerehrung durch Oberbürgermeister Thomas Keck und Jürgen Sturm forderte Spieler und Besucher mit Rockklassikern zum Auslaufen auf.

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