Reutlingen Das Optimale erreichen

Zahlreiche Bürger beteiligten sich am Bürgertag im Reutlinger Stadtteil in Orschel-Hagen.
Zahlreiche Bürger beteiligten sich am Bürgertag im Reutlinger Stadtteil in Orschel-Hagen. © Foto: Böhm
Gabriele Böhm 18.07.2018

Den Bürgern von Orschel-Hagen liegt viel an der Zukunft ihres Stadtteils. Beim Bürgertag „Orschel-Hagen Süd im Dialog“ im Seniorenzentrum Gertrud Luckner kamen zahlreiche Besucher.

Mitarbeiter des Amtes für Stadtentwicklung und Vermessung der Stadt Reutlingen und Vertreter der beteiligten Firmen erläuterten die geplanten Maßnahmen. Eingebunden sind Büros aus ganz Deutschland. So zeichnet für den Bebauungsplan und das bauliche Konzept laut Stadtplanerin und Mediatorin Kristine Oldenburg von „Kokonsult“ die „Project GmbH“ (Esslingen) verantwortlich. In Vorträgen sprachen Johannes Senner („Planstatt Senner“ Überlingen) über die Freiraumplanung und Carsten Maerz („Büro Machleidt“ Berlin) über die Mobilität.

„Wir wollen das Optimale für das neue Baugebiet Orschel-Hagen Süd erreichen“, sagte Stefan Dvorak vom Amt für Stadtentwicklung und Vermessung. „Aber gleichzeitig wollen wir auch prüfen, ob man noch etwas verbessern kann.“

Im Neubaugebiet sollen 350 bis 380 Wohnungen für unterschiedliche Ansprüche und in diversen Größen entstehen. „Die Stadtverwaltung und die GWG planen“, so Dvorak. „Aber es gibt auch freie Bereiche, die an Bauherrengemeinschaften vergeben werden.“ Es werde „alle Wohnformen für jeden Geldbeutel“, auch Eigentumswohnungen, geben. Statt der jetzigen vorherrschenden Reihenbebauung sind für das Neubaugebiet auch Höfe vorgesehen, bei denen sich die Wohneinheiten um eine Freifläche anordnen. „Die Kinder können dort gefahrlos miteinander spielen.“ Trotzdem werde es genug Rückzugsmöglichkeiten geben. Eine große Kindertageseinrichtung sei ebenfalls geplant.

Wie zurzeit in fast allen Städten sei der zunehmende Autoverkehr auch in Orschel-Hagen ein Thema. „Das neue Quartier soll autoarm sein“, erklärt Dvorak. „Die Stadt wird weiter wachsen, wir müssen uns mit Alternativen beschäftigen.“ Neue, dichter getaktete Busverbindungen zu den Schulen und Firmen entstünden, die es attraktiv machten, das Auto stehen zu lassen. Angedacht sind Car-Sharing-Stationen, bei denen ein Auto von mehreren Personen genutzt wird. Von den Anwohnern gefordert wurden ein barrierefreies Einsteigen in den Bus und Maßnahmen gegen das Zuparken der Parkplätze.

Zur Verkehrsberuhigung ist angedacht, die Nürnberger Straße von neun auf sechs Meter Breite zu verringern. „Bei der derzeitigen Landstraßenbreite haben viele Autofahrer Probleme damit, die geforderten 30 Stundenkilometer einzuhalten.“

Auch für den Dresdner Platz gibt es Ideen, wie beispielsweise eine Einheit mit den beiden Kirchen zu schaffen. Die Anwohner wünschen sich, wie die von ihnen ausgefüllten Zettel an den Schautafeln zeigten, dass der Supermarkt und die Arztpraxen erhalten bleiben. Vieles ist noch in der Diskussion, die Bürger sind zur Mitsprache aufgefordert.

350

bis 380 neue Wohnungen sollen im nördlichen Stadtteil Orschel-hagen entstehen. Beim Bürgertag wurden die Planungen vorgestellt, ebenso wie weitere Pläne für das Quartier.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel