Eningen Das Miteinander etwas menschlicher machen

Die DRK-Geehrten und -Verantwortlichen (von links): DRK-Kreisgeschäftsführer Michael Tiefensee, Kathrin Reiber (20 Jahre), Eric Sindek (10 Jahre), Nadine Otto (20 Jahre), Tobias Lorch (5 Jahre) und DRK-Vorsitzender Timo Merz.
Die DRK-Geehrten und -Verantwortlichen (von links): DRK-Kreisgeschäftsführer Michael Tiefensee, Kathrin Reiber (20 Jahre), Eric Sindek (10 Jahre), Nadine Otto (20 Jahre), Tobias Lorch (5 Jahre) und DRK-Vorsitzender Timo Merz. © Foto: Jan Zawadil
JAN ZAWADIL 30.03.2015
Das DRK Eningen ist ein starkes Team. Dass das notwendig ist, zeigte das vergangene Jahr. Neben all den Aktivitäten sind unter anderem auch die Einsatzzahlen der Helfer vor Ort erneut gestiegen.

Rund um die Uhr sind die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes im Einsatz. Und Wochenenden oder Feiertage gibt es für die meist ehrenamtlichen Retter nicht. Sie sind zur Stelle, wenn Menschen Hilfe benötigen.

Dass das Engagement alles andere als selbstverständlich ist, wurde während der Jahreshauptversammlung des DRK Eningen am Freitagabend erneut deutlich. Der Vorsitzende Timo Merz erklärte, dass es immer schwieriger werde Menschen für das Ehrenamt zu begeistern und viele sich fragen würden, warum sie anderen helfen sollten, wenn sie genug mit dem eigenen Alltag zu tun hätten. Und er gab gleich selbst die Antwort auf die Frage: "Weil es Spaß macht, im Team für andere da zu sein, Menschen in Not zu helfen und das Miteinander vielleicht ein bisschen menschlicher zu machen."

Genau diese Einstellung bescherte den Rettern viel Arbeit: 197 Einsätze waren es für die Helfer vor Ort im vergangenen Jahr und damit 24 Notrufe mehr als im Jahr 2013. Darüber hinaus standen die Retter bei drei Bränden in Eningen bereit, kümmerten sich um Unfallopfer, unterstützten andere Rettungsdienste oder wurden zu Suchaktionen herangezogen.

"Über 4200 Stunden wurden wieder im Zeichen der Menschlichkeit geleistet", berichtete die bisherige Bereitschaftsleiterin Kathrin Merz. Zu den ureigensten Aufgaben mit Einsätzen, Sanitätsdiensten oder Blutspendeterminen, der Aus- und Fortbildung seien zudem Termine wie beispielsweise die Kinderkleiderbörse hinzugekommen.

"Über 4000 Kilometer, 520 Liter Sprit, 4500 Liter Sauerstoff und sanitätsdienstliches Material", addierte Timo Merz einen weiteren Teil der Zahlen auf, die beim DRK Eningen aufgelaufen sind. Weil das wiederum Kosten seien, seien die Helfer immer auf Spenden angewiesen. Letztlich zähle aber nicht die Finanzierung des Systems, sondern Menschen in Not zu helfen.

Um immer auf den Fall der Fälle vorbereitet zu sein, wurde im zurückliegenden Jahr nicht nur eine neue Reanimationspuppe angeschafft. Am Freitagabend wurde auch ein neues Fahrzeug als Ersatz für den 21 Jahre alten VW Bus in Dienst gestellt. Hierbei handelt es sich um einen rund 30 000 Euro teuren und gebrauchten Mercedes Vito, der nun den Helfern vor Ort, für Bereitschaftsdienste oder als Mannschaftstransportwagen zur Verfügung steht.

Während dank der Helfer alles wie am Schnürchen läuft, 25 Aktive im Einsatz sind und von 815 passiven Mitgliedern finanziell unterstützt werden, ist das Eninger Jugendrotkreuz mit 31 jungen Rettern ebenfalls gut aufgestellt. "Wir sind zu einem richtig guten Team geworden", sagte Jugendleiter Eric Sindek. Außerdem würden sich die Engagierten mit dem Ehrenamt der sinnvollsten gesellschaftlichen Aufgaben widmen, was nicht selbstverständlich sei.

"Die Arbeit ist nicht einfach", erläuterte die stellvertretende Kreisjugendleiterin Kathrin Reiber und freute sich über das Engagement der zahlreichen Kinder und Jugendlichen. Sehr beeindruckt von der Arbeit zeigte sich auch Dr. Joachim Sabieraj, der anstelle von Bürgermeister Alexander Schweizer zur Versammlung gekommen war. Zumal die Helfer nicht nur viel Zeit einbrächten, sondern auch unverzichtbare Arbeit leisteten.

Nachdem der Vorstand für seine Arbeit des vergangenen Jahres einstimmig entlastet worden war, gab es am Freitagabend auch Wahlen. Timo Merz bleibt weiterhin Vorsitzender des DRK Eningen und Bereitschaftsleiter. Auf Kathrin Merz, die aufgrund ihrer Mutterschaft ausgeschieden ist, folgt Tanja Ochs als Bereitschaftsleiterin. Stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender ist jetzt Eric Sindek, Kassiererin weiterhin Edith Staiger sowie Schriftführerin Christiane Merz. Beisitzerinnen sind Martina Schäfer und Nadine Otto.

Zudem wurden Helfer für ihr Engagement ausgezeichnet: Hendrik Detzel und Tobias Lorch für fünf Jahre, Moritz Hittinger und Eric Sindek für zehn Jahre sowie Nadine Otto und Kathrin Reiber für jeweils 20 Jahre.