Reutlingen Das halbe Dutzend ist jetzt geschafft

Viel Unterstützung erfuhr Schwester Sukai Kah aus Gambia in der Reutlinger Fußambulanz. Foto: Privat
Viel Unterstützung erfuhr Schwester Sukai Kah aus Gambia in der Reutlinger Fußambulanz. Foto: Privat
SWP 31.08.2013
Ein halbes Dutzend ist geschafft: Diesen Sommer konnte die sechste Hospitation des Reutlinger Diabetes-Projekt Gambia in der Fußambulanz in Reutlingen beginnen, heißt es in einer Mitteilung.

Eine Krankenschwester aus der Klinik von Dr. Gaye in Gambia war Dr. Bettina Born bei ihrer Arbeit in der Pakala-Klinik aufgefallen und wurde dann für eine Fortbildung in die Fußambulanz in Reutlingen eingeladen.

Schwester Sukai Kah aus Banjul kam in Stuttgart am Flughafen an und wurde dort von Martin Neu und Eleonore Morville, der Vorsitzenden des Reutlinger Diabetiker- Vereins , empfangen. Für Schwester Sukai Kah war es der erste Flug, und sie war richtig aufgedreht und gar nicht müde nach der anstrengenden Reise von Afrika nach Deutschland.

Im Gästehaus Metlar in Reutlingen, das für die nächsten drei Wochen ihr Zuhause sein sollte, wurde sie herzlich begrüßt und aufgenommen. Sinan, ein Mitarbeiter des Reutlinger Klinikums und häufiger Gambia-Reisender, hatte sich bereit erklärt, Sukai Kah den Weg in die Klinik zu Fuß zu zeigen.

Am nächsten Tag wurde sie in der Fußambulanz begrüßt. Auch Prof. Kubicka, der Chef der Inneren Medizin, begrüßte Sukai Kah. Diese Hospitation, wie schon andere, wurde vom Reutlinger Rotary Club - hier hatte sich der ehemalige Chefarzt des Klinikums Reutlingen, Prof. Dr. Bernd Braun, sowie auch der ADBW (Arbeitsgemeinschaft Diabetes Baden-Württemberg) ganz besonders engagiert - ermöglicht. Auch der Deutsche Diabetiker Bund und viele Selbsthilfegruppen Diabetes tragen dazu bei, dass das Reutlinger Diabetes-Projekt in Gambia Menschen aus Gambia nach Deutschland zu Aus- und Fortbildung im Bereich Diabetes einladen kann.

Sukai Kah integrierte sich schnell in das Fußteam und lernte bei Dr. Autenrieth viel für ihre Arbeit als Fuß- und Wundschwester in der Pakala-Klinik in Banjul. Einen Tag konnte sie bei Horst Diether im Schuh-Orthopädiegeschäft Schneider verbringen, wo sie viele Patienten traf und die Schuhzurichtung für speziell deren Wunden miterleben konnte. Die Schuh-Schneider- Orthopädie hat schon drei komplette Hospitationen für das Krankenhaus in Banjul gemacht und unterstützt das Diabetes-Projekt seit der Gründung vor 13 Jahren.

Ein anderer Tag war der häuslichen Krankenbetreuung bei der Diakonie-Station Mössingen vorbehalten. Die Donnerstagabende verbrachte Sukai Kah mit der Selbsthilfegruppe "Dia-BE-Tiger" am Diabetikerstammtisch. Auch wenn es gewisse sprachliche Schwierigkeiten gab, eine Verständigung kam dennoch zustande - und es wurde viel gelacht.

Der krönende Abschluss war natürlich ein Besuch auf der Schwäbischen Alb bei Dr. Bettina Born. Sukai Kah konnte vieles für ihre Arbeit in Gambia in der Fußambulanz Reutlingen lernen.

Sie arbeitet jetzt als Wund- und Fußschwester in der Pakala-Klinik und bedankte sich bei dem Reutlinger Diabetiker-Verein für die intensiven Wochen und die Möglichkeit, den Patienten nun noch besser und kompetenter helfen zu können.

Info Weitere Informationen über das Diabetes-Projekt in Gambia kann man unter www.born-in-gambia.de nachlesen.