Unter dem Motto „Hast du Töne!“ ging das 7. Internationale Festival vom Rande auch dieses Jahr wieder direkt ins Zentrum der Stadt, auf den Marktplatz, wo 800 Sänger unter der Leitung von Patrick Bopp und Sanna Valvanne einen vielstimmigen Sonntags-Chor bildeten.  Bopp ist als Teil der A-Cappella-Gruppe „Füenf“ ein begnadeter Sänger, Klavierspieler und Musikparodist, der wie einst Gotthilf Fischer die Massen zum Singen animieren kann. Sanna Valvanne aus Finnland wiederum war für Vokalexperimente zuständig, von denen es schon beim Warmsingen eine Kostprobe gab. Die Gesangsanimateurin forderte vollen Körpereinsatz, damit die gesungenen Silben auch mit voller Seele nach außen dringen.

Tanzpaare auf der Bühne

Für den Fall einer Überschwemmung übten Patrick Bopp, Till Müller-Kray (Bass) und Dirk Blümlein (Schlagzeug) mit dem Publikum sicherheitshalber ein zünftiges „We Are Sailing“ ein. Spätestens mit den „Country Roads“, die so romantisch besungen werden sollten, dass „wir alle dreieckige Augen bekommen“, traf das erste Tanzpärchen vor der Bühne ein. Wer keine Töne erzeugen oder hören kann, muss auf die Gebärdensprache zurückgreifen. Und was man damit alles machen kann, zeigten die „Sign Singers“, der Gebärdensprachenchor der VHS Tübingen, der mit Playback und vielen Gebärden unter anderem „True Colours“ performte. Mit dem gemeinsamen Singen fand das Festival seinen krönenden Abschluss. An acht Tagen kamen über 6000 Besucher zu den mehr als 70 Einzelveranstaltungen. Insgesamt waren fast 400 Künstler mit und ohne Handicap am Werk. 15 Ensembles aus zehn Länder traten auf und rund 100 Helfer „sorgten für einen reibungslosen Ablauf“, so die Organisatorinnen. „Wir hatten extrem unterschiedliche, durchweg hochprofessionelle Produktionen zu Gast, die eine Qualitätssteigerung“ bedeuteten, bilanziert Elisabeth Braun.