Reutlingen Das erste Lebensjahr im Blick

Die Gestaltung des Halbjahresprogramms ist aufwändig, aber lohnenswert, das wissen Karin Waldenmaier-Sigler und Frieder Leube am Besten – schließlich waren sie verantwortlich dafür.
Die Gestaltung des Halbjahresprogramms ist aufwändig, aber lohnenswert, das wissen Karin Waldenmaier-Sigler und Frieder Leube am Besten – schließlich waren sie verantwortlich dafür. © Foto: Norbert Leister
Von Norbert Leister 17.08.2018

Insgesamt 280 Angebote auf mehr als 140 Seiten von rund 110 Kursleitern und Referenten – das neue Haus-der-Familie-Halbjahresprogramm ist einmal mehr ein beeindruckend dickes Werk geworden, das, wie immer, die Familie als Zielgruppe im Fokus hat. Allerdings werde nach den Worten von Frieder Leube als Leiter der Evangelischen Bildung im Kreis Reutlingen bei der Programmgestaltung das Rad nicht jedes halbe Jahr neu erfunden: „Kurse, die gut laufen, werden natürlich weitergeführt“, sagt er beim Pressegespräch gegenüber unserer Zeitung.

Aber: Rund ein Drittel des gesamten Angebots sei alle sechs Monate jeweils neu und der Aufwand immer wieder groß, um die fast 300 Kurse, Vorträge, Referate, Freizeiten, musikalischen Angebote, Beratung und noch viel mehr zu organisieren. Schließlich müssen auch Referenten, Kursleiter und Termine gefunden, die Qualität der Angebote geprüft und Verträge geschlossen werden. Und das alles mit dem Ziel, ein attraktives Programm zu gestalten. Das neue für September 2018 bis Februar 2019 soll nämlich zum einen auf die Interessen und Bedürfnisse von Familien eingehen, gleichzeitig „aber auch die Botschaft abbilden, die wir haben“, so Leube. Immerhin handle es sich beim Haus der Familie ebenso wie beim Kreisbildungswerk um eine Einrichtung, hinter der die evangelische Kirche steht.

„Manchmal ist es enttäuschend, wenn etwa aktuelle Themen nicht angenommen werden“, sagt Karin Waldenmaier-Sigler, die ebenfalls an der Gestaltung des neuen Programms beteiligt war. Das Motto dabei laute oftmals „ausprobieren“. Vor Überraschungen sei man da mitunter nicht gefeit, aber: „Wir müssen ganz selten Angebote absagen“, betont Frieder Leube. Eine „Ausfall-Quote“ von unter fünf Prozent sei richtig gut für solch einen Bildungsträger wie das Haus der Familie. Und das, obwohl die Tendenz schon seit längerem bestehe, dass sich Teilnehmer erst auf den letzten Drücker anmelden. Die Aufgabe, die hinter dem gesamten Katalog des neuen Programms steht, lautet nach wie vor: „Eltern in der Erziehung zu unterstützen“, wie Waldenmaier-Sigler betont. Das sei „noch nie anspruchsvoller gewesen als heute, weil Eltern auch immer höhere Ansprüche an die eigene Erziehung ihrer Kinder und damit auch an sich selbst stellten“, weiß die Sozialpädagogin. Gerade deshalb seien Eltern heute oftmals verunsichert und wünschten sich Beratung, Begleitung und Informationen. Weil aber auch Mütter und Väter immer weniger Zeit hätten und sich zunehmend im Internet informieren, „wird ab 2019 auch die digitale Elternbildung ein Schwerpunkt in der Entwicklung unseres Hauses sein“, so Leube. Um Näheres mitzuteilen, sei es noch zu früh, aber dass die evangelische Familienbildung ab kommendem Jahr auch Unterstützung für Eltern online anbietet, das sei jetzt schon klar, betont Leube.

Schwerpunkte in dem ab sofort ausliegenden und online verfügbaren Halbjahresprogramm seien junge Familien sowie das erste Lebensjahr eines Kindes. So finden sich in dem umfangreichen Katalog Angebote mit Kooperationspartnern wie ein Stillcafé im KiFaZ im Ringelbach oder auch im Bürgerhaus in Riederich. Rückbildungsgymnastik nach der Geburt wird es geben, aber auch ein sportliches Fitness-Training für junge Mütter zusammen mit ihrem Kleinkind. Ein „Musikgarten für Babys“ ist ebenfalls wieder geplant. „Mit der ganz frühen Begleitung, Beratung und Förderung von Kindern und Eltern haben wir uns ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet“ sagt Waldenmaier-Sigler. In der weiteren Entwicklung von Kindern seien natürlich Medien ein gewichtiges Thema, das Haus der Familie bietet auch dazu Informationen ebenso wie zu „hochsensiblen Kindern“ als besonderes Anliegen von Eltern. „Zu solchen Spezialthemen nehmen Interessierte oft lange Anfahrtswege in Kauf.“

Ebenfalls ein neues Halbjahresprogramm hat die „Kleine Reutlinger Akademie“ vom Kreisbildungswerk herausgebracht. Und für ein ganzes Jahr ab September 2018 hat zudem die „Ehrenamtsakademie Reutlingen“ (als Kooperationspartner von Evangelischer Bildung, VHS, Freiwilligenagentur, Katholischer Erwachsenenbildung, Stabsstelle Bürgerengagement und Abteilung für Ältere) nun auch ihr neues Programm vorgelegt. Auch das ist im Internet zu finden.

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