Lichtenstein Das Erstaunen steigt

Der Info-Stand der IG Natur-, Arten- und Denkmalschutz am Schloss Lichtenstein.
Der Info-Stand der IG Natur-, Arten- und Denkmalschutz am Schloss Lichtenstein. © Foto: IG NAD
Lichtenstein / SWP 04.12.2015
Jetzt gibt es internationalen Zuspruch zum Schutz des Lichtensteins, denn da Erstaunen steigt mit der Entfernung, heißt es in einer Mitteilung.

Die vergangenen vier Wochenenden standen die Mitglieder der Interessengemeinschaft Natur-, Arten- und Denkmalschutz an ihrem Info-Stand auf Schloss Lichtenstein und sammelten Unterschriften gegen die mit der geplanten Aufstellung von fünf 200 Meter hohen Windkraftanlagen hinter dem Schloss verbundene Beeinträchtigung des Schlosses.

Rund 100 000 Gäste besuchen jährlich Schloss, darunter ein internationales Publikum. "Viele Schweizer, Franzosen, Personen aus Übersee, aus Japan, China, USA bis hin zu Kolumbianern und Chilenen. Besonders diese Personengruppe fand es gänzlich crazy, unmöglich, hinter diesem Märchenschloss Industriegiganten aufzustellen", berichtete Sabine Wälder von der Interessengemeinschaft.

Besucher aus Bayern hätten mit einem gewissen Selbstbewusstsein festgestellt, dass in ihrem Freistaat wohl niemand auf die Idee käme, hinter Schloss Neuschwanstein Windräder aufzustellen.

Anders sei die Situation bei Besuchern aus dem Ländle. Während die meisten Gäste insbesondere aus dem mittleren Neckarraum die Ruhe und Schönheit der Alb erhalten wollten und das Projekt völlig unmöglich fanden, seien manche Gäste nicht bereit gewesen, sich die Bilder auch nur anzusehen oder über das Anliegen zu sprechen. Da habe sie schon manchmal den Eindruck gehabt, dass man sich das politisch korrekte Bild nicht zu sehr erschüttern lassen wolle.

Nachvollziehbar war ein Kommentar eines Pärchens aus dem Rheinland. "Wir haben diese Dinger überall bei uns. Warum soll's euch besser gehen?" Damit das nicht geschieht, will die Initiative alle Möglichkeiten zur Einflussnahme ausschöpfen. "Was der Investor und das Landratsamt im zweiten Anlauf ausgelegt haben, berücksichtigt abermals wesentliche Einwendungen überhaupt nicht. Bei der nächsten Auslegung sind wir wieder da", sagt Sabine Wälder. "Es ist schon bitter, wenn man sich von Fremden sagen lassen muss, wie schön die Heimat ist, die man gegen die eigene Regierung verteidigen muss."