Pfullingen Das Ende der Dialogphase

Wie kann sich Pfullingen entwickeln? Auf diese Frage soll das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Antworten geben.
Wie kann sich Pfullingen entwickeln? Auf diese Frage soll das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Antworten geben. © Foto: Evelyn Rupprecht
Von Evelyn Rupprecht 03.11.2018

Das haben sich die Sprecher der ISEK-Arbeitsgruppen wohl anders vorgestellt: Nachdem sie ihre Ergebnisse zur Bürgerbeteiligung Ende September der Öffentlichkeit präsentiert hatten, baten sie um einen erneuten Termin. Einen, bei dem sie die Resultate ihrer Überlegungen dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung noch einmal vertieft darlegen wollten. Auch eine Diskussion mit den Entscheidungsträgern hatten sie im Sinn. So weit allerdings wird es nicht kommen. Denn der ISEK-Prozess wird jetzt direkt und „wie ursprünglich vereinbart von der Dialog- in die Konzeptphase übergehen“, teilt die Stadt nun mit.  Nach Rücksprache mit dem Stuttgarter Büro Reschl, das die Pfullinger auf dem Weg zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept ISEK begleitet, sei der Wunsch der Arbeitsgruppen noch einmal ausführlich im Gemeinderat thematisiert worden. Aber: „Es wird bei der Stabübergabe bleiben“, heißt es von Seiten der Verwaltung. Die AK-Sprecher werden also nicht die Chance haben, noch einmal die Ergebnisse ihrer Arbeit ausführlich darzustellen. Der Bürgerbeteiligungsprozess, für den sich viele Pfullinger mehr Zeit erhofft hatten, ist offenbar kurz vor dem Abschluss. Die Profis sollen jetzt übernehmen.

Zeitlich und inhaltlich solle das Konzept des gesamten ISEK-Prozesses beibehalten werden, erklärt Bürgermeister Michael Schrenk. Er bedankt sich, „auch im Namen des Gemeinderates bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich in der Dialogphase mit ihrer Meinung und ihren Ideen eingebracht haben“. Die Bürgerbeteiligung befinde sich in den letzten Zügen. Die Fokusgruppe Inklusion/Integration habe inzwischen getagt und die Expertengespräche würden aktuell laufen, beschreibt Schrenk den Stand der Dinge. Die Aufgabe des Büros Reschl bestehe nun darin, alle Elemente der Bürgerbeteiligung von der schriftlichen Befragung bis hin zur Online-Aktion zusammenzufügen. „Für den Gemeinderat ist es in dieser Phase wichtig, ein vollständiges Bild über die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zu erhalten“, erklärt der Verwaltungschef. Freilich hätten die Arbeitskreis-Sprecher über eben diese Ergebnisse gern nachhaltiger diskutiert – schließlich hatten sie und viele andere Pfullinger sich im Vorfeld extrem viel Arbeit und Gedanken gemacht. Zu Themenfeldern wie Raumstruktur, Städtebau, Siedlungsentwicklung, Brachflächen-Management, Kulturförderung und Mobilität haben sie unzählige Verbesserungsvorschläge und Zielsetzungen aufgelistet. „Auf manche Ideen, die die Bürger hatten, wären wir nie gekommen“, lobte gar Philipp König vom Büro Reschl den Einfallsreichtum der Pfullinger, die sich sowohl in den Arbeitsgruppen und Zukunftswerkstätten als auch bei einer Online-Befragung äußerst engagiert eingebracht haben. Für viele Bürger allerdings war die Beteiligung beim Integrierten Stadtentwicklungskonzept „nur eine Einstiegsdroge, ein Baustein“, wie es AK-Sprecher Eberhard Wurst bei der Präsentation Ende September formulierte. Nicht nur er wünschte sich „eine verstetigte Bürgerbeteiligung“. Die Forderung nach einer dauerhaften Mitsprache-Möglichkeit stellten auch noch andere Pfullinger an dem Abend. Doch das ISEK, so ist es der Mitteilung der Stadt  zu entnehmen, liegt ab jetzt wohl nur noch in den Händen der Profis. Am Montag, 17. Dezember, 18.30 Uhr, ist in der Wilhelm-Hauff-Realschule eine weitere Informationsveranstaltung geplant. Danach wird sich der Gemeinderat mit den Leitzielen- und projekten befassen. Die Verabschiedung des Masterplans ist für die Sitzung am 9. April vorgesehen.

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