Vor Kurzem fand die Fachtagung zum Corona-Management des QuMiK-Klinikverbundes (Qualität und Management im Krankenhaus) mit rund 140 Teilnehmern Corona-bedingt online statt. Mit dabei waren auch die Kreiskliniken Reutlingen. Der Video-Stream wurde live aus dem Annemarie-Griesinger-Saal der RKH Orthopädische Klinik Markgröningen übertragen. Federführend organisierten die drei medizinischen QuMiK-Fachgruppen Hygiene, Intensivmedizin und Kardiologie die Veranstaltung. Diese Fachgruppen tauschen sich seit Beginn der Pandemie regelmäßig zur Corona-Lage aus.
Elf hochkarätige Experten beleuchteten die Pandemie aus unterschiedlichsten Perspektiven. Die Vorträge spannten dabei einen breiten Bogen über die Themen Medizin, Organisation und Gesundheitsökonomie. Medizinische Aspekte wie Ausprägungen der Covid-Erkrankung, diagnostisches Vorgehen, Testen und Impfen sowie Herausforderungen für verschiedene medizinische Fachbereiche waren im Fokus der Diskussion.

Transparente Erklärungen

Die dynamische Entwicklung der Pandemie wurde anhand vielfältiger Beispiele im Vergleich der ersten Welle zur zweiten Welle verdeutlicht. Ein Thema war auch die Versorgungssicherung durch das vom Sozialministerium entwickelte Clusterkonzept in Baden-Württemberg. In ganz Baden-Württemberg wurden Ende 2020 sechs Versorgungsregionen – sogenannte Cluster – eingerichtet, damit sich die Krankenhäuser bei der Versorgung von Covid-Patienten gegenseitig besser unterstützen können. Die Krankenhäuser nutzen dafür ein Online-Register, in dem freie Betten und Beatmungskapazitäten aller Krankenhäuser in Baden-Württemberg ersichtlich sind. Lokale oder regionale Verlegungen von Covid-Patienten können so zeitnah organisiert werden. Durch dieses Vorgehen können Überlastungen der Krankenhäuser vermieden werden – ein wichtiger Baustein zur           Pandemiebewältigung.

Positiver Ausblick

Die Referenten waren sich weitgehend einig, dass die Vorkehrungen und das Vorgehen der Krankenhäuser zu einer Bewältigung der Pandemie beigetragen haben und weiter beitragen werden. Dieser positive Ausblick wurde auch durch den QuMiK-Verbundsprecher Prof. Dr. Hans-Jürgen Hennes unterstrichen. „Die Kliniken im QuMiK-Verbund stellen sich den aktuellen Herausforderungen der Pandemie und sind gut aufgestellt für die nach der Pandemie zu erwartenden Strukturveränderungen. Durch die enge Zusammenarbeit im QuMiK-Verbund profitieren unsere Mitglieder seit Jahren. Insbesondere gehen von unseren medizinischen Fachgruppen wichtige Impulse für den Wissenstransfer innerhalb des Verbundes aus. Dies zeigt sich auch in der aktuellen Situation“, betont Hennes. Konkret komme es jetzt darauf an, dass das Testen und Impfen weiter ausgebaut wird und „die durchgeführten Maßnahmen der Bevölkerung transparent erklärt werden“, so Hennes weiter.

34 Kliniken und 13 000 Betten: Der QuMiK-Verbund im Überblick


Der QuMiK-Klinikverbund (Qualität und Management im Krankenhaus) wurde 2001 durch vier Krankenhausträger in Baden-Württemberg gegründet. QuMiK umfasst mittlerweile 14 kommunale Krankenhausträger in Baden-Württemberg mit 34 Kliniken und 13 000 Betten, die rund 40 000 Mitarbeiter beschäftigen.

Etwa 580000 Patienten werden jährlich in den Kliniken des Verbunds stationär behandelt. Im QuMiK-Verbund findet ein vielfältiger Wissensaustausch statt. Ziel ist dabei die ständige Verbesserung von Qualität und Wirtschaftlichkeit in den Mitgliedskrankenhäusern. Durch strukturierte Vergleiche und gegenseitiges Lernen vom jeweils Besten stellen sich Geschäftsführer, Ärzte sowie Pflege- und Verwaltungspersonal den Herausforderungen im Gesundheitssystem.

In 22 Arbeits- und Fachgruppen werden medizinische, betriebswirtschaftliche und technische Themen von Experten aller Einrichtungen gemeinsam bearbeitet. Fachtagungen und Informationsveranstaltungen runden das Spektrum des Wissensaustausches ab. Die Aktivitäten werden in den regelmäßigen Sitzungen der Geschäftsführer koordiniert.

Die Geschäftsstelle der QuMiK GmbH mit Sitz in Ludwigsburg bietet den Mitgliedern administrative Unterstützung.