Der Betrieb bleibt eingeschränkt. Und doch gibt es eine Lockerung für Schüler der Abschlussklassen. 1900 Reutlinger Schüler werden am Montag in die zwölf städtischen Schulen zurückkehren, die anderen Klassen bleiben nach wie vor zu Hause.

Stadt und Schulen haben sich intensiv auf diese Rückkehr vorbereitet. Der eingeschränkte Präsenzunterricht verlangt die Umsetzung der für Baden-Württemberg geltenden Hygienemaßnahmen im Rahmen der Corona-Verordnungen. Zwar herrschen an Schulen ohnehin strenge Hygienevorschriften, doch Hausmeister und das Lehrpersonal müssen zusätzliche Erfordernisse umsetzen. So stehen Desinfektionsmittel für die Hände bereit, die Klassenzimmer wurden ausgedünnt, die Schüler dürfen nicht mehr eng zusammen sitzen.

Abstandsgebot

Generell gilt für alle Bereiche in den Schulen das Abstandsgebot von 1,5 Metern, wie die Stadt Reutlingen mitteilt. Um die Umsetzung des Gebots zu erleichtern, starten Unterrichtsstunden und Pausen deshalb zeitversetzt. In Pausenbereichen und Mensen haben die Schulen ausreichende Abstandsflächen eingerichtet, Pausen- und Kioskverkauf sind verboten. „Außerdem wird es flächendeckend Möglichkeiten zur gründlichen Händehygiene geben – mit Wasser und Seife, wo dies nicht möglich ist, mit Desinfektionsmitteln“, so die Stadt.

Auch für Klassen-, Verwaltungs- und Aufenthaltsräume sowie für die Sanitärbereiche gelten erweiterte Hygienestandards. Vor allem Handkontaktflächen wie Türklinken oder Lichtschalter werden deshalb teils mehrmals am Tag sorgfältig gereinigt. In den sanitären Anlagen werden verstärkt Einwegpapierhandtücher bereitgestellt. Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist bei gewährleistetem Sicherheitsabstand ausdrücklich nicht erforderlich. Auf eigenen Wunsch dürfen Lehrkräfte und Schüler jedoch einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Mit der vollständigen Umsetzung der Hygienehinweise des Landes gewährleistet die Stadt Reutlingen, dass der Unterricht unter Beachtung des Infektionsschutzes durchgeführt werden kann. „Aufgabe der Lehrkräfte ist es, bei der Wiederaufnahme des Schulbetriebs die Schüler über Hygienevorschriften aufzuklären und entsprechend anzuleiten.“

GEW: Sicherheit hat Priorität“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) setzt sich ebenfalls für die schrittweise Schulöffnung mit kleinen Gruppen und an einzelnen Tagen ein. „Die Sicherheit für Kinder und Jugendliche sowie für pädagogische Fachkräfte muss jedoch bei allen Entscheidungen an erster Stelle stehen“, sagt Manfred Schechinger, Sprecher der GEW Reutlingen-Tübingen. Scharfe Kritik gibt es allerdings an den geplanten Gruppen für die Notbetreuung in Kitas und Grundschulen halte die GEW jedoch für zu groß, das sei ein Risiko für Kinder und Betreuer. Das Land plant bis zu 14 Grundschüler in einer Gruppe sowie in Kitas bis zur Hälfte der genehmigten Gruppengröße. Die GEW spricht sich zudem gegen eine Verkürzung der Schulferien im Sommer aus. Überdies werde sich die Auswirkung der Corona-Krise bis in Schuljahr 2021/22 hineinziehen, ist Schechinger überzeugt.

Zwölf Schulen starten eingeschränkt


Folgende Schulen starten am 4. Mai in den stark eingeschränkten Schulbetrieb: das HAP Grieshaber Gymnasium im BZN sowie das Albert-Einstein-, das Johannes-Kepler-, das Isolde-Kurz- und das Friedrich-List-Gymnasium. Ebenfalls öffnen werden die Eichendorff-Realschule sowie die Friedrich-Förster-, die Friedrich-Hoffmann-, die Minna-Specht-, Eduard-Spranger-Gemeinschaftsschule. Eingeschränkten Schulbetrieb gibt es auch an den beiden sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren Bodelschwingh- und Gutenbergschule.