Die Zahl der Erkrankungen nahm während der Corona-Pandemie im Vergleich zum Vorjahr nicht zu. Mit 3,9 Prozent gab es in der Region jedoch einen höheren Krankenstand als im Landesdurchschnitt (3,5 Prozent).

Psychische Erkrankungen sind gestiegen

Die Fehltage bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen stiegen um mehr als 16 Prozent. Weniger Fehlzeiten entfielen hingegen auf Muskel-Skelett-Erkrankungen. Rückenschmerzen und Co. gingen um fast 17 Prozent zurück. Ein Minus von 29 Prozent wurde auch bei verletzungsbedingtem Arbeitsausfall verzeichnet.

Atemwegserkrankungen unterhalb des Wertes aus Grippejahr 2018

Besonders im Blickfeld stehen die Atemwegserkrankungen aufgrund der Regelung des Gemeinsamen Bundesausschusses, wonach sich Patienten mit leichten Erkältungssymptomen von März bis Ende Mai telefonisch krankschreiben lassen konnten. Die Auswertung des DAK-Gesundheitsreportes im Landkreis Reutlingen zeigt, dass die Fehlzeiten bei Atemwegserkrankungen im Vergleich zum Vorjahr zwar um rund 24 Prozent zunahmen, aber immer noch unterhalb des Wertes aus dem Grippejahr 2018 lagen.

Einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sinnvoll

„Aus unserer Sicht ist das ein klarer Beleg dafür, dass einfache Lösungen für das Krankschreibungs-Geschehen sehr sinnvoll sind“, sagt Sandra Fortenbacher, Chefin der DAK-Gesundheit in Reutlingen. „Wir müssen nicht nur bei COVID-19, sondern bei vielen Erkrankungen die Ansteckungsgefahr für das Praxispersonal und für andere Patienten mit bedenken. Wenn neue Formen der Kommunikation die persönliche Begegnung in der Arztpraxis ersetzen, ist das ein Fortschritt.“