Wie werden Patientinnen und Patienten mit einem schweren Covid-19-Verlauf auf der Intensivstation behandelt und wie können sich Medizinstudierende auf diesen Ernstfall optimal vorbereiten?

Intensivmedizinische Behandlung von Covid-19-Patienten

„Die intime Wirklichkeit einer komplexen intensivmedizinischen Behandlung von Covid-19-Patientinnen und Patienten kann nur schwer dargestellt werden”, weiß Professor Bernhard Hirt, Leiter des Instituts für Klinische Anatomie und Zellanalytik. Um den Medizinstudierenden diese Behandlung so nah wie möglich zu bringen, haben das Universitätsklinikum und die Universität Tübingen einen besonderen Weg gewählt.

Lehrvideo: Intensivmedizinische Behandlung

Mithilfe eines Schauspielpatienten haben Ärztinnen und Ärzte gemeinsam mit Studierenden der Humanmedizin und Intensivpflegekräften in einem Nachbau einer vollwertig ausgestatteten Intensivstation im Praktikumsraum des Anatomischen Instituts die Behandlung eines Covid-19-Patienten realitätsgetreu nachgestellt. Nüchtern und ohne sensationsheischende Effekte zeigt das Lehrvideo die intensivmedizinische Behandlung eines jungen Mannes, der drei Tage nach einem positiven Coronatest zunehmend unter Atemnot leidet. Simuliert wird der realistische Weg eines Covid-19-Patienten, der intubiert, mit den notwendigen Zugängen versorgt wird und eine künstliche Sauerstoffanreicherung des Blutes mithilfe einer ECMO-Therapie erhält. Während sich das Intensivteam, bestehend aus Pflegekräften, ärztlichem Personal, Physiotherapeuten und Cardiotechnikern, professionell und akribisch um den Erhalt der körperlichen Funktionen kümmert, kommt es bei dem Patienten zu einer langsamen Erholung der Lungenfunktion.

Bilder sind wertvoll und eindrücklich

Das Video wird in Vorlesungen eingesetzt, dient aber auch zur Aufklärung der Öffentlichkeit. “Wie die Behandlung von Covid-Patienten auf der Intensivstation tatsächlich aussieht, ist für viele Menschen nur schwer vorstellbar. Gerade deswegen sind diese Bilder so wertvoll und eindrücklich”, erklärt Michael Schlotterer, Bereichsleitung Pflege in der Anästhesie und Intensivmedizin. „Tägliche Neuinfektionen, verfügbare Intensivbetten, Anzahl der Beatmungsgeräte: In der Öffentlichkeit geht es häufig nur um diese harten Fakten”, so PD Dr. Helene Häberle, Leitende Oberärztin der Intensivstation.

Drehbuch von Medizinstudierenden und Intensivmedizinern

„Die Leistung des Einzelnen und die große Verantwortung des ärztlichen und pflegerischen Personals, verliert man leider manchmal aus den Augen.“ Das Drehbuch verfasst haben die Medizinstudierenden gemeinsam mit Intensivmedizinern, Regie und Technik übernahmen ebenfalls die Studierenden in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitenden der Anatomie.